


Ansicht von Südosten
Das Basaltmassiv der Amöneburg
Entstehung:
Mit 365 Metern über NN und rund 165 Metern über der Flachzone der Ohmebene
ist das Basaltmassiv der Amöneburg der markante Mittelpunkt
des Amöneburger Beckens. Diese
Senkenlandschaft reiht sich ein in den Verlauf der Hessischen Senke, die sich
etwa in Nord-Süd-Richtung durch
Hessen zieht.
| Für die Herausbildung dieser Landschaft waren insbesondere die letzten erdgeschichtlichen Zeiträume, das Tertiär und Quartär, verantwortlich, wobei die tertiären Epochen des Miozäns und Pliozäns gestalterisch am nachhaltigsten wirkten. Bis dahin bestand unser Raum in seinem Unterbau hauptsächlich aus einem z.T. mächtigen Buntsandsteinsockel, der damals durch erdinnere Kräfte zunehmend verändert wurde. Durch Hebungen und Senkungen ganzer Landschaftsteile und damit verbundenen magmatischen Eruptionen erfuhr die vorhandene Oberflächenform eine tiefgreifende Umgestaltung. |
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Im Laufe der Jahrmillionen formten die Kräfte der Verwitterung immer
mehr das heutige Landschaftsbild heraus. Durch Wasser und Frost wurde das
über dem Basalt liegende Lockergestein weiter gesprengt und immer mehr nach
unten verfrachtet, sodass die härtere Basaltmasse zunehmend entkleidet und
freigelegt wurde. Ganz allmählich
bildete sich so die freistehende, weithin sichtbare Bergform der Amöneburg heraus. |
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In ihren Hauptelementen besteht die Amöneburg vorwiegend aus Basaltgestein, das in verschiedenen Stoßrichtungen oberflächlich zutage tritt. Am auffallendsten ist die Struktur des Gesteins am sog. Bilstein an der Ostseite des Berges sichtbar, wo die Formenvielfalt des Säulenbasalts am deutlichsten hervortritt. Die Säulen selbst sind richtungsgemäß wohl horizontal, zum Teil senkrecht oder auch schräg ausgeprägt; daneben finden sich auch vertikale Formen. Von der Draufsicht her erscheinen sie wabenförmig, doch sind sie eher drei- bis fünfeckig. Neben den Basalten finden sich gangartig in der Hauptmasse dieses Gesteins an verschiedenen Stellen basaltische Tuffe sowie im Sattel zwischen Wenigenburg und Stadtberg auch Trapp oder Dolerit, landläufig besser als Blasenbasalt oder Lungstein bekannt. Er findet sich in Verbindung mit Tuffgestein auch an anderen Stellen in kleineren Vorkommen. Die oben beigefügte Skizze zeigt stark verallgemeinert die wichtigsten
Formationen des Massives. Daneben
finden sich tertiäre Tone und Sande, letztere besonders an der Nordseite. |
![]() Felsformation Nordseite (Am Kloppwerk) |
Quellen: Auszug aus der Broschüre "Naturpfad Amöneburg", Autor Dr. Alfred Schneider
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Das Naturschutzgebiet
Aktuelles: Im Naturschutzgebiet Amöneburg wird seit 05. Mai 2008 auf Teilflächen eine extensive Beweidung mit Ziegen etabliert. Durch dieses Pilotprojekt in Trägerschaft der Stadt Amöneburg, welches vom Landkreis und vom Land Hessen stark finanziell gefördert wird, soll erreicht werden, die seltene historische Kulturlandschaft mit stark besonnten Magerrasensteilhängen zukünftig mit möglichst geringem motor-manuellem Einsatz erhalten zu können. Hierzu wurde ein fester Elektrozaun errichtet sowie ein Viehunterstand. Informationstafeln an den Eingängen zu den Koppeln sollen den Spaziergänger über das Projekt informieren und auf erforderliche Verhaltensregeln hinweisen. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und basiert auf dem schriftlichen Beweidungskonzept des Planungsbüros Neckermann und Achterholt, welches hier als PDF-Datei herunter geladen werden kann.
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In den Jahren 1980 und 1981 sind von der Hessischen Landesanstalt für Umwelt in Zusammenarbeit mit den in Hessen tätigen Naturschutzverbänden und wissenschaftlichen Instituten verschiedener Universitäten insgesamt 7 „Rote Listen“ für bestandbedrohte Arten erstellt worden. Daraus ergibt sich, dass in Hessen 100 Prozent aller Amphibienarten (Molche, Frösche, Kröten), 100 Prozent aller Kriechtiere (Eidechsen, Schlangen), 91 Prozent aller Fischarten, 59 Prozent aller Säugetiere 47 Prozent Vogelarten, 44 Prozent aller Insektenarten und 36 Prozent aller Pflanzenarten mehr oder minder stark vom Aussterben bedroht sind. Dabei hat sich die Aussterberate und Aussterbegeschwindigkeit in den letzten Jahren dramatisch entwickelt, so dass heute etwa 80 bis 90 Tierarten pro Jahr in der Bundesrepublik ausgerottet werden (zum Vergleich: In den 200 Jahren zwischen 1600 und 1800 sind in diesem Bereich 4 Arten ausgestorben). |
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![]() Luftaufnahme aus der Richtung Süden Foto: Michael Cloos |
Artenschutz kann nur durch
konsequenten Biotopschutz verwirklicht werden.
Deshalb sind die entsprechenden Lebensräume für die dazugehörigen
Pflanzengesellschaften oder Tiergesellschaften
unter Schutz zu stellen. Das Hessische Naturschutzgesetz vom 19. September
1980 bietet dafür heute u.a. folgende
Möglichkeiten: Ausweisung als Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet,
Naturdenkmal oder geschützter Landschaftsbestandteil. Dabei
sind Naturschutzgebiete rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete,
in denen besonderer Schutz von Natur und
Landschaft in ihrer Ganzheit oder in
einzelnen Teilen |
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| 1. 2. 3. |
zur
Erhaltung von Lebensgemeinschaften oder Lebensstätten bestimmter
wildwachsender Pflanzen- oder wildlebender
Tierarten, aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder wegen ihre Seltenheit, besonderen Eigenart oder hervorragender Schönheit |
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erforderlich ist, (§ 12 Hess. Naturschutzgesetz, § 13
Bundesnaturschutzgesetz). Naturschutzgebiete werden durch Verordnung der
Oberen Naturschutzbehörde ausgewiesen. In Hessen gab es am 1.1.1984 225
Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 12 700 ha (rund 0,6 % der
Landesfläche). Das Naturschutzgebiet „Amöneburg“ wurde bereits am 16.6.1927
durch eine Polizeiverordnung unter Schutz gestellt und ist somit das älteste Naturschutzgebiet Hessens. Es hatte damals eine Gesamtfläche von 27 ha und bestand aus zwei getrennt liegenden Gebieten. Im Süden der Bereich der Wenigenburg und nördlich der Stadt eine kleine bemerkenswerte Basaltfelsgruppe. (siehe Bild 5: Felsformationen Nordseite) |
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![]() Frühlingsflora im Heckenhain
Das Bild des Schutzgebietes wird von
ausgedehnten z.T. lückigen Durch die enge Verflechtung
verschiedenartiger Lebensräume wie |
Mit einer
Neufassung der Verordnung ist das Naturschutzgebiet „Amöneburg“ am 30.8.1982
unter den Schutz des Hessischen Naturschutzgesetzes gestellt worden und
gleichzeitig auf 31 ha erweitert worden, so dass es heute die Stadt als
geschlossener Ring umgibt. Zweck der Unterschutzstellung ist es, den steil aufragenden Basaltblock als einzigartige, erdgeschichtlich bedeutsame Form der Landschaft mit seinen zahlreichen botanischen und zoologischen Besonderheiten zu sichern, zu erhalten und vor Beeinträchtigungen zu bewahren.
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| Das
Naturschutzgebiet „Amöneburg“ bietet daher für eine Vielzahl von Tier- und
Pflanzenarten ihren typischen Lebensraum und bildet in dem ansonsten sehr
ausgeräumten und intensiv landwirtschaftlich genutzten Amöneburger Becken
ein besonders schützenswürdiges Landschaftselement, dessen Erhalt und Pflege
nicht zuletzt auch den Menschen Erholung und Regenerationsgebiet zugute
kommt. Quellen: Auszug aus der Broschüre „Naturpfad Amöneburg“, Autor Botho Demant
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![]() Detail aus Steilhangfläche |
Einige Beispiele |
![]() Aronstab (Arum maculatum) |
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Zusammenstellung der
Dokumentation: Robert Cimiotti, Amöneburg
Texte: Dr. Alfred Schneider, Amöneburg und Botho Demant, Marburg
Fotos 1 - 7 und 19 - 27: Robert Cimiotti
Foto 8: Heimat- u. Verkehrsverein, Michael Cloos, Amöneburg
Tonaufnahmen: Reiner Kamke, Marburg-Gisselberg