Landschaftspfleger mit BISS! - Ziegenbeweidungsprojekt beginnt mit feierlichem ersten „Almauftrieb“ am Amöneburger Naturschutzgebiet (06.05.2008)

Zum feierlichen Start des bereits seit etwa fünf Jahren in Planung befindlichen Projekts der ganzjährigen Ziegenbeweidung im Amöneburger Naturschutzgebietes trafen sich am vergangenen Montag eine Reihe von Beteiligten, um etwa zwanzig Waliser Schwarzhalsziegen auf ihre neuen Flächen zu bringen. Hauptbeteiligte sind das Land Hessen, der Landkreis Marburg-Biedenkopf sowie die Stadt Amöneburg, die sich die Projektkosten von etwa 75.000 € geteilt haben.

So hat die für das Naturschutzgebiet zuständige Obere Naturschutzbehörde die Kosten des technisch aufwändig errichteten 1,2 Kilometer langen festen Elektrozauns sowie der inneren Zäune getragen, während der Landkreis aus zweckgebundenen Ausgleichsmitteln den Viehunterstand errichtet hat. Ein zweiter Unterstand, der schon beauftragt ist wird im Herbst dieses Jahres aufgestellt. Die Stadt Amöneburg hat im Zusammenhang der Bauarbeiten um das Projekt Personaldienstleistungen durch den städtischen Bauhof ebenfalls im Ewert von etwa 25.000 € erbringen müssen. Der Viehunterstand wird in nicht kommerzieller Bauweise von der Produktionsschule Marburg errichtet und beim Zaunbau und dem Freischneiden der Trasse in unwegsamen Gelände hat sich die Jugendkonflikthilfe in Marburg im Auftrag des Hessen-Forst toll präsentiert.

Der Landesbetrieb Hessen-Forst ist als Auftragnehmer des Regierungspräsidiums Gießen mit seinem Personal und seinen beauftragten für die Umsetzung der Pflegemaßnahmen zuständig. Neben Forstamtsleiter Lutz Hofheinz hat Wolfgang Herud, Funktionsbeamter für den Naturschutz im Forstamtsbezirk Kirchhain maßgeblich an dem Projekt mit gearbeitet und es zum Erfolg geführt.

Ohne das Zutun von Robert Cimiotti, dem Koordinator des NIZA wäre das Projekt jedoch sicher nicht zu Stande gekommen. Er hat dafür Sorge getragen, dass das Projekt breit öffentlich diskutiert wurde, zum Beispiel im Rahmen des 80jährigen Jubiläums des NSG Amöneburg im letzten Jahr und die am Projekt Interessierten über die ganze Zeit zusammen gehalten. Auch für die Aufstellung der Informationstafeln an drei Stellen hat er maßgeblich gesorgt. Denn eine Besonderheit des Projekts ist auch, dass die Flächen auch zukünftig von Fußgängern begangen werden können. Hunde sind dabei strikt an der leine zu führen, und die Ziegen dürfen nicht gefüttert werden. Die bis zu 60 Waliser Schwarzhalsziegen finden in dem mit 4,5 Hektar großen weitläufigen ein vielfältiges Nahrungsangebot. Zwar sind sie im Monat Mai verwöhnt und wählerisch, wird sich das Nahrungsangebot im Winter verknappen. Das führt dann dazu, dass sie auch an eher unattraktivere Sträucher gehen, und langfristig dazu führen, dass nicht schützenswerte Bäume und Sträucher absterben, und die wertvollen Magerrasenflächen den Erhaltungszustand aus den 1950er Jahren erreicht.

Das Projekt ist unbefristet angelegt und soll so laufende Pflegekosten einsparen. Dies soll dazu führen, dass sich trotz besserer Naturschutzpflege die Investitionskosten amortisieren. Gleichzeitig wird das Naturerleben gesteigert.

Sogar ein Fernesehteam von SAT1 kam zur Eröffnung und filmte und interviewte die Beteiligten. Ein Video kann zudem über die Internetseite der Oberhessischen Presse angesehen werden.

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet. Das zu Grunde liegende abgestimmte Beweidungskonzept des Büros Neckermann und Achterholt kann hier herunter geladen werden.

Das NIZA bittet eine erste Exkursion für Interessierte an: Diese findet statt am 18. Mai 2008. Beginn ist um 15.00 Uhr / Treffpunkt: Rathaus

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