Bürgermeister schlägt Zusammenarbeit mit Stadt Marburg und Umlandkommunen im Bereich Gewerbeflächenentwicklung als Wirtschaftsregion MarburgPlus vor (09.06.2009)

In einem zusammenwachsenden Europa sind künftig mehr als je zuvor größere räumliche Einheiten gefragt, die gemeinsam eine Wirtschaftskraft aufweisen, die auch überregional von Relevanz ist. Dem entspricht, dass Wirtschaftsförderungsmaßnahmen der Europäischen Union regelmäßig nicht mehr auf einzelne Städte und Gemeinden abheben, sondern als Ziel von Fördermaßnahmen Regionen ansprechen.

Historisch bedingt ist der Regionalgedanke in den verschiedenen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sehr unterschiedlich verankert, beispielsweise in Frankreich deutlich stärker als in der Bundesrepublik Deutschland mit ihrer Gliederung in 16 Bundesländer sowie eine Vielzahl von Landkreisen, Städten und Gemeinden. Bei der Umsetzung des Regionalgedankens sind größere Städte in Verdichtungsräumen oder Mittelstädte und Gemeinden gleichermaßen gefordert: die Großstädte, weil sie mit den Ihnen zugeordneten Einzugsgebieten die verschiedensten Verwaltungsgrenzen überschreiten – zum Teil sogar Grenzen der Bundesländer - , mittlere und kleinere Städte und Gemeinden, weil sie erst im regionalen Zusammenwirken kritische Größen erreichen, um überregional als bedeutender Wirtschaftsraum wahrgenommen zu werden. Somit ziehen    Oberzentren außerhalb großstädtischer Verdichtungsräume, z.B. die Universitätsstadt Marburg, Nutzen aus der Vergrößerung der kritischen Masse – vom Stadtraum zur Region Marburg - , die umliegenden Städte und Gemeinden aus der engen Zusammenarbeit mit dem Oberzentrum Nutzen in der Weise, dass sie im europaweiten Wettbewerb als wichtiger Teil einer kooperierenden Region wahrgenommen werden.

Eine wirkungsvolle, gegenseitige Reibungsverluste minimierende Zusammenarbeit von Städten und Gemeinden erfordert die Schaffung neuer, jedoch unbedingt pragmatischer Formen der Kooperation. Dieses gilt in besonderem Maße für die wirtschaftliche Entwicklung und abgestimmte Nutzung von Gewerbeflächen in der Region. Daraus erwächst als wichtiges Kooperationsziel für eine Region Marburg die gemeinsame Gewerbeflächenentwicklung. Zur Umsetzung dieses wichtigen Zieles soll zwischen dem Oberzentrum Marburg und einer Reihe umliegender Kommunen eine Vereinbarung geschlossen werden, um als Region MarburgPLUS die gemeinsame Gewerbeflächenentwicklung voranzutreiben.

Schwerpunkte dieser Zusammenarbeit werden sein eine Aufnahme des Bestandes an Gewerbe- und Industrieflächen in den beteiligten Städten und Gemeinden, die gegenseitige Information bei der Neuausweisung solcher Flächen, die Abstimmung untereinander in Planverfahren z.B. gegenüber der Regionalplanung, der Austausch von Informationen über Verkaufsverhandlungen bei Gewerbegrundstücken sowie gemeinsame Vermarktungsaktivitäten. Eine Lenkungsgruppe bestehend aus den Bürgermeistern der beteiligten Städte und Gemeinden sowie dem Oberbürgermeister übernimmt die Steuerung des Projektes. Für eine spätere weitere Intensivierung der Zusammenarbeit ist die Vereinbarung offen.

Der Inhalt der Vereinbarung ist zunächst ein von den Bürgermeistern und dem Oberbürgermeister abgestimmter Text, der noch der Zustimmung der zuständigen Gremien der beteiligten Städte und Gemeinden bedarf. Die Kommunen Amöneburg, Cölbe, Ebsdorfergrund, Lahntal, Marburg, Münchhausen und Weimar werden die Vereinbarung in Kürze ihren Gremien zuleiten. Darüber hinaus steht die Region auch für weitere Gemeinden offen.

Mit dem jetzt erreichten Stand des Projektes einer gemeinsamen Gewerbeflächenentwicklung in der Region MarburgPLUS sind wir beispielgebend weit über die Region hinaus, was derartige Vorhaben betrifft, und es wird alles getan werden, um die Vereinbarung auch tatsächlich mit Leben zu erfüllen.

Für die Stadt Amöneburg betrifft das aktuell das Gewerbegebiet Roßdorf für das der Bebauungsplan vor wenigen Tagen rechtskräftig wurde. Hier geht es darum die Erschließung und Vermarktung voran zu treiben, was mit starken Partnern in einer Region leichter möglich ist. Den Magistrat hat die diesbezügliche Beschlussvorlage von Bürgermeister Richter-Plettenberg bereits passiert - die abschließende Entscheidung trifft die Stadtverordnetenversammlung wenn möglich in der nächsten Sitzung am 06. Juli 2009.

(Das Bild zeigt von links: OB Vaupel-Marburg, Bgm Richter-Plettenberg-Amöneburg, Bgm Carle-Cölbe, Bgm Muth-Weimar und Bgm Appell-Lahntal nach ihrer pressekonferenz am 02.06.2009)