1861 - 2009 : Mardorfer Friedhofsmauer erhält komplette Runderneuerung (09.08.2009)

Vielleicht war es gar nicht Jedem so richtig aufgefallen, dass sich die fast 150 Jahre alte äußere Friedhofsmauer am Mardorfer Friedhof mit den Jahren gefährlich nach außen geneigt hatte. Einer der es gesehen hat, ist Karl-Heinz Kräling, der auch dafür sorgte, dass die Instandsetzung der Mauer als Maßnahme der Dorferneuerung vorgesehen wurde.

Eine Maßnahme als wichtig zu melden und dann selbst für den Realisierung zu sorgen, sind dann aber doch noch zwei unterschiedliche Dinge. Gesagt – getan, mit vielen helfenden Händen und einer guten Organistaion wurde es möglich, und die Mauer präsentiert sich nach über 600 Helferstunden in neuem „Glanze“. „Das hält noch einmal 150 Jahre“ ist sich Karl-Heinz Kräling sicher, denn das was er anpackt macht er auch richtig. So wurde die Mauer, nachdem der Bewuchs von der Freiwilligen Feuerwehr beseitigt worden war, in  drei Abschnitten auf der Innenseite bis auf den Mauerfuß freigelegt. Von außen wurden die Fugen in mühevoller Kleinarbeit freigelegt und gesäubert. Dann wurde Sie mit Hilfe eines Baggers, Eisenstangen, Kanthölzern und großen Hämmern in schweißtreibender Arbeit wieder in Form gebracht. Dabei wurden die einzelnen Steine um bis zu zehn Zentimer verschoben. Das Ganze ohne die Mauer abzutragen und wieder neu aufzubauen. Möglich war das, weil es sich bei der 1861 gegen das Eindringen von Hühnern auf dem Friedhof errichtete Mauer aus Lungstein um eine sogenannrte Trockenmauer handelt. Die großen nur von außen mit einer glatten Oberfläche bearbeiteten Steinblöcke aus dem Mardorfer Wald wurden trocken, also ohne Verwendung von Mörtel aufgesetzt; eine Bauweise, die sich bereits in der Antike bewährt hat. Durch Frost- und Feuchteschäden sowie Wurzeleinwuchs war die Mauer allerdings über die Jahre doch sehr in Mitleidenschaft gezogen worden.

Noch bevor Schäden offen zu Tage traten, wurde jetzt im Rahmen der Dorferneuerung gehandelt. Die Materialkosten laufen sich gerade einmal auf gut 5.000 €, und davon trägt das Land Hessen Dreiviertel. Nach internen Schätzungen hätte die Auftragsvergabe an ein Privatunternehmen gut und gerne 50.000 € an Kosten verursacht. Dass die Arbeitsleistung des städtischen Bauhofs aus fördertechnischen Gründen dabei nicht abrechenbar war macht dann auch nichts. Doch nicht nur das, sondern „wenn Menschen in ihrem Dorf zur Eigenleistung bereit sind, und sie die übernommene Aufgabe dann sogar noch mit Freude machen, muss man sie unterstützen. Das schafft eine viel höhere Identifikation mit dem Geleisteten, als wenn man einfach eine Baumaßnahme mit einem Unternehmer abwickelt“ sagte Bürgermeister Richter-Plettenberg zu dem Projekt und ist stolz auf die Helfer, die sich für ihren Ort verdient gemacht haben.

Im Herbst steht dann noch die Neubepflanzung des Bereichs hinter der Mauer an. Dabei wird selbstverstädlich darauf geachtet, dass in Mauernähe nur Pflanzen gesetzt werden, die auch auf lange Sicht durch Wurzelwuchs oder Erddruck der Mauer keinen Schaden zufügen können.

Damit wird eine große Eigenleistungsmaßnahme im letzten Jahr der Dorferneuerung zu Ende gebracht. Doch es ist nicht die letzte Eigenleistungsmaßnahme. Eine weitere steht noch an, nämlich die Sanierung des Backhausgebäudes im Unterdorf. Auch dies soll noch in 2009 zur Ausführung kommen, allerdings erst nach dem Abschlussfest der Dorferneuerung am Sonntag den 23. August 2009.