Nahwärmeversorgung aus Biogasanlage in Amöneburg-Mardorf kann kommen - Weitere Interessenten sollen durch Informationsveranstaltung am 08. Dezember gewonnen werden (25.11.2009)
Wie
bereits in der Bürgerversammlung am 19. Juni 2009 angekündigt, haben die
Stadtwerke Marburg in Zusammenarbeit mit der Stadt Amöneburg eine umfangreiche
Information zum Thema Wärmeversorgung aus der Bioenergie für die Stadtteile in
Mardorf bzw. Erfurtshausen verschickt.
Neben den Informationen zur Wärmeversorgung enthielt das Anschreiben auch eine vorbereitete Rückantwort, in der Anwohner ihr Interesse an einer Wärmeversorgung bekunden konnten. Nach Auswertung der eingegangenen Rücksendungen ist zur Zeit eine Wärmeversorgung für Erfurtshausen noch nicht darstellbar. Für Mardorf jedoch lässt sich die Wärme aus der Biogasanlage, die von einem privaten Investor geplant wird, durchaus zur Versorgung eines Teils der Ortslage nutzen. Das zu versorgende Gebiet stellt im Prinzip in einem 1. Abschnitt das „alte Dorf“ dar, in dem sich auch alle öffentlichen Gebäude befinden. Die Stadt Amöneburg und der Landkreis haben bereits zugesagt Ihre Liegenschaften an ein Bionahwärmenetz anschließen zu wollen.
In einem ersten Schritt soll nun ein Nahwärmenetz zur Versorgung der kommunalen und Kreisliegenschaften in Mardorf aufgebaut werden, das als Basis für den weiteren Ausbau eines Nahwärmenetzes zur Versorgung von privaten Haushalten dienen soll. Ein großer Teil der privaten Interessenten kann bereits in diesem ersten Bauabschnitt angeschlossen werden. Auf Grund der Siedlungsstruktur des Ortes ist es möglich, die neueren Baugebiete des Ortes jenseits der Homberger Straße in zwei weiteren Bauabschnitten über die Raiffeisenstraße und dan Hartdweg bei entsprechendem Interesse der Kunden später hierzu zu nehmen.
Durch
dieses konzertierte Vorgehen der Stadt Amöneburg, des Privativestors der
Biogasanlage und der Stadtwerke Marburg soll es nun ermöglicht werden, den
Betrieb einer Biogasanlage in Mardorf, die einige Hundert Meter entfernt von der
Ortsrandlage im Feld geplant ist, im Sinne des Erneuerbare Energien-Gesetzes
ganz wesentlich zu optimieren, in dem die dort anfallende Wärme sinnvoll vor Ort
genutzt wird, in dem fossile Energieträger ersetzt werden.
Damit kann im Sinne des ehrgeizigen Klimaschutzziels des Landkreis Marburg-Biedenkopf, in 2040 rechnerisch energieautark zu sein, ein wesentlichen Schritt vorangekommen werden. Denn mit der Wärmeversorgung aus der Biogasanlage werden zunächst alle angeschlossenen öffentlichen Liegenschaften und private Haushalte in Mardorf quasi CO2-neutral beheizt.
Ziel der weiteren Zusammenarbeit ist es natürlich, eine solch umweltfreundliche Wärmeversorgung sukzessive auszubauen mit dem Ziel, mittelfristig in einem großen Teil Mardorfs eine CO2-freie Wärmeversorgung anbieten zu können.
Für Erfurtshausen besteht mit
der geplanten Erweiterung der bestehenden Biogasanlage auch weiterhin die
Chance, auch dort ein Nahwäremenetz aufzubauen, wenn sich in nächster Zeit so
viele Objekte finden, das ein wirtschaftlicher Betrieb ermöglicht wird.
Im Rahmen der jährlichen Bürgerversammlung der Stadt Amöneburg am 08. Dezember 2009 um 20.00 Uhr im Bürgerhaus Mardorf wird Herr Rainer Kühne, Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg, über die Chancen beim Auslaufen des Stromkonzessionsvertrages für die Stadt Amöneburg und Herr Willi Rieß, Prokurist der Stadtwerke Marburg über das Nahwäremeprojekt berichten und Informationen geben. Damit wird den Bürgern der Stadt die Gelegenehit gegeben, sich über die energierechtliche und energiewirtschaftliche Situation bezüglich der Betreiberentscheidung für den Stromnetzbetrieb in Amöneburg zu informieren. Hinsichtlich desAngebotes einer Nahwärmeversorgung mittels Biogasnutzung. In der Bürgerversammlung sollen besonders auch diejenigen Haushalte angesprochen werden, die im geplanten ersten Bauabschnitt für Mardorf durch das Nahwärmenetz zwar errreichbar sind, sich jetzt aber noch nicht gemeldet haben.