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Stadt Amöneburg
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Seniorentreffpunkt startet sehr gut in das neue Jahr


Der Amöneburger Seniorentreffpunkt, den die Stadt Amöneburg gemeinsam mit der Kreisvolkshochschule betreibt, startete hervorragend in das Jahr 2018.
Trotz des äußerst schlechten Wetters waren am vergangenen Mittwoch etwa 45 Personen aus dem gesamten Stadtgebiet in den Treffpunkt nach Rüdigheim gekommen.

Nach dem gemütlichen gemeinsamen Kaffeetrinken für das die ehrenamtlichen Seniorenhelferinnen wieder einmal gesorgt hatten, stand ein sehr interessanter Vortrag auf dem Programm, der die Zuhörer in ihren Bann zog.
Zu Gast waren die Trachtenforscher Eckhart Hofmann und Jochen Homberger aus Mornshausen. Obwohl noch gar nicht so alt an Jahren sind beide seit vielen Jahren an der regionalen Tracht sehr interessiert und kennen die unterschiedlichen Trachten, ihre Tragweise sowie ihre Geschichte exzellent.


Gemeinsam mit Prof. Lücking aus Berlin haben sie vor einigen Jahren einen außergewöhnlichen Bildband heraus gebracht, aus dem sie diverse Bilder zeigten.
Hofmann und Homberger waren auf eine altes Bildarchiv gestoßen und so auf den Professor, der als junger Fotograf in unserer Region im Jahr 1956 tausende von tollen Aufnahmen gemacht hat. Mit ihm nahmen Sie Kontakt auf und setzten sich zum Ziel zumindest ein Teil der Bilder für die Nachwelt zu erhalten, da die Filmnegative nicht unendlich aufbewahrt werden können.
So ist dieser Bildband entstanden, der auch viele Fotos aus dem Jahr 1956 aus dem Stadtgebiet Amöneburg, vornehmlich aus Roßdorf und Mardorf zeigt.

Das nachstehende Foto ist zum Beispiel bei der Fronleichnamsprozession in Mardorf im Jahr 1956 entstanden. Prof. Lücking hatte gerade Roßdorf und Mardorf in seinen Fokus genommen, weil er einige Zeit bei der Familie Schick neben dem Schwesternhaus wohnte.

Für die Teilnehmer des Seniorennachmittags war es spannend zu sehen wen man alles auf den Fotos wieder erkennen konnte.
Neben der katholischen Marburger Tracht wurden vor allem auch die Marburger evangelische Tracht, die Schlitzer Tracht, die Schwälmer Tracht und die Schweinsberger Tracht gezeigt, die nur dort getragen wird. Als Stammgast des Seniorentreffpunkts Amöneburg war Christine Luzius aus Roßdorf der einzige Gast des Nachmittags der noch heute mit Stolz im Alltag die Tracht trägt.



Obwohl unser Landkreis die Region Deutschlands ist, in der die Menschen am Längsten und auch zahlenmäßig am Intensivesten an der Tracht im Alltag festgehalten haben, ist sie leider auf dem Rückmarsch. Im 20 Jahrhundert hat es mehrere Umkleidewellen gegeben, d.h. die Frauen, die sie trugen haben aus Praktikabilitätsgründen oder einfach aus modischen Überlegungen heraus auf das Tragen der Tracht im Alltag verzichtet. Während es um das Jahr 2000 herum noch fast 1000 Trachtenträgerinnen waren, wird ihre Zahl heute auf unter 50 geschätzt, davon ca. 15 in Roßdorf und Mardorf.

In wenigen Jahren wird die Tracht aus unserem Alltagsbild leider verschwunden sein. Deshalb ist es wundervoll, dass es Einrichtungen wie das Dorf- und Trachtenmuseum im Haus der Vereine in Roßdorf gibt, die diesen wichtigen Bestandteil der regionalen Identität und Besonderheit in die Zukunft trägt.






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