Mardorf und Erfurtshausen bekommen die Chance eines der größten Bioenergiedörfer im Landkreis zu werden – großes Nahwärmenetz in Planung !!! (25.05.2009)

Öffentliche Informationsveranstaltung für Privathaushalte mit den Stadtwerken Marburg am 17. Juni 2009 um 20.00 Uhr im Bürgerhaus Mardorf

Heizölpreis / 3000 Liter HEL

Viele Orte, und ganze Gemeinden träumen davon, von fossilen Energieträgern wie Erdöl und Gas unabhängig zu werden  - vom Verzicht auf die Kernenergie ganz zu schweigen.

Die Erneuerbaren Energien sind deshalb in aller Munde. Überall sprießen Solar- und Fotovoltaikanlagen auf den Dächern von privaten und öffentlichen Gebäuden.

Obwohl die Windenergie auch in normalen Lagen wie in Mittelhessen zu den ertragreichsten Energien gehört, ist sie noch wenig verbreitet und stößt vor allem aus landschaftsästhetischen Gesichtspunkten nicht nur auf Befürworter.

Für unseren Landkreis und speziell für das Amöneburger Becken ist aber eine andere Erneuerbare Energie von besonderer Bedeutung, nämlich die Nutzung der Biomasseenergie.

Nachdem die Idee gescheitert war im zukünftigen Gewerbegebiet in Roßdorf die größte Biogasanlage im Landkreis mit Einspeisung des aufbereiteten Gases ins nahe gelegene Erdgasnetz zu bauen, hat die Stadt Amöneburg eine neue Initiatve ergriffen und mit der Landwirtschaft neue Gespräch aufgenommen.

Herausgekommen ist nun, dass es die reelle Chance gibt für Mardorf, eventuell auch für Erfurtshausen die Möglichkeit anzubieten, dass man mittel- bis langfristig die Mehrzahl der Privathaushalte an ein durch Bioenergie gespeistes Nahwärmenetz anzuschließen. D.h. die Heizkreise der angeschlossen Gebäude werden direkt mit Warmwasser aus einem großen Netz versorgt mit der Folge, dass die Kessel- und Tankanlage, der Schornstein wenn er nicht anderweitig benötigt wird, und die Warmwasserbereitung ersatzlos entfallen kann.

Über die Angelegenheit soll ab sofort eine breite öffentliche Diskussion beginnen, um viele Menschen dazu zu gewinnen, sich für einen Anschluss zu entscheiden. Es kann dabei als sicher gelten, dass die Stadt Amöneburg und der Landkreis Marburg-Biedenkopf ihrer Vorbildfunktion nackommen werden und eine Zusage abgeben ihre Gebäude wie das Bürgerhaus, die Turnhalle, die Grundschule, den Jugendraum, das Gemeenshaus, Feuerwehr und den Kindergarten als Grundstock eines solöchen Netzes zur Verfügung zu stellen.

In einer ersten Informationsveranstaltung am Mittwoch 17. Juni 2009 um 20.00 Uhr im Bürgerhaus Mardorf sollen alle potemziellen Haushalte darüber in formiert werden. Dabei werden die Stadtwerke Marburg als möglicher Betreiber eines Nahwärmenetzes berichten und für Fragen zur Verfügung stehen. Die Stadtwerke Marburg sind ein renommierter Energieversorger in unserer Region, der auf dem Gebiet der Nah- und Fernwärme jahrzehntelange Erfahrung hat. Dabei sind die Stadtwerke als hunderprozentige Tochtergesellschaft der Stadt Marburg kein vorwiegend auf Gewinnmaximierung ausgerichtetes Unternehmen. Stadtwerkegeschäftsführer Rainer Kühne sowie Herr Riess, der bei den Stadtwerken für den Wärmebereich zuständig ist, werden in der Informationsveranstaltung die Vorteile einer solchen Nahwärmelösung und die Details für die Endkunden kompetent vorstellen. 

Die notwendige Energie für ein solches Nahwärmenetz für Mardorf und ggf. Erfurtshausen soll aus einer noch zu errichtenden Biogasanlage kommen, die von örtlichen Landwirten betrieben wird. Dafür gibt es aus Sicht des Investors und Betreibers  derzeit zwei Optionen.

Entweder wird die in Bau befindliche Biogasanlage in Erfurtshausen, die auf Grund der bisher geringen Größe derzeit noch keinen Wärmeüberschuss erzielt, erweitert, oder aber es wird eine weitere Anlage bis 500 KW Leistung am Ortstrand von Mardorf errichtet.

Im ersten Fall könnte der Stadtteil Erfurtshausen ebenfalls von der Anlage profitieren und angeschlossen werden. Die Verlegung einer Nahwärmeleitung in Erfurtshausen könnte zudem  mit einer größeren Kanalbaustelle, die in Erfurtshausen absehbar ist, verbunden werden.

Allerdings sprechen sowohl aus planerischer als auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht viele Dinge dafür, zur Umsetzung des Konzeptes eine neue Anlage am Ortsrand von Mardorf zu errichten. Die Flächen und Substrate, der Investor und der Betreiber stehen bereits jetzt zur Verfügung.

Alles was noch fehlt sind die Endkunden!!!

Angesichts der Tatsache, dass die Erdölpreise zwangsläufig weiter steigen werden sollte sich auch jeder Privatmann deshalb darüber Gedanken machen, ob er die sich für Mardorf bestehende Chance nicht besser nutzen will. Dass der Ölpreis derzeit nicht auf Höchststand ist wie in 2008 (siehe Grafik auf der vorigen Seite) sollte dabei vom Nachdenken nicht abhalten, denn alle Experten sind sich einig, dass die Erdölknappheit und die Gesetze des Marktes alsbald zuschlagen werden, und praktisch jeder irgendwann auf die Suche nach einem geeigneten anderen Energieträger gehen muss.

Auch wenn nicht in Kürze eine Heizungs-, Heiztank-, Schornsteinsanierung oder –erneuerung ansteht, lohnt sich die Sache auf jeden Fall. Vor allem dann wenn man eine Vollkostenrechnung erstellt und nicht nur den reinen Heizöleinkauf, sondern alle Betriebskosten und die Kosten für den Heiz- und Tankraum mit dem Vollservice eines Nahwärmekonzepts vergleicht.

 

Außer dem rein finanziellen Aspekt tut man mit dem Anschluss an ein solches Netz natürlich auch etwas Wichtiges für die Umwelt, indem man für die Erreichung wichtiger nationaler und internationaler Klimaschutzziele seinen persönlichen Beitrag leistet und gleichzeitig die gebeutelte heimische Landwirtshaft unterstützt, die gut beraten ist, sich im Bereich Bioenergie flächendeckend ein neues und zusätzliches Standbein aufzubauen. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf und es ist erklärter Wille sowohl des Landkreises und der Städte und Gemeinden hier voran zu gehen.

Kommen Sie am Mittwoch den 17. Juni 2009 um 20.00 Uhr in das Bürgerhaus Mardorf und informieren Sie sich.