30 Jahre Partnerschaft mit dem französischen Ort Chateau-Garnier - Deutsche Delegation verbrachte wundervolle Tage bei Freunden (22.07.2009)
Am
vergangenen Wochenende wurde in der französisichen Partnergemeinde der Stadt
Amöneburg Chateau-Garnier das 30 jährige Bestehen der offiziellen
Städepartnerschaft, die am 20.07.1979 in Frankreich besiegelt worden war,
begangen. Dazu war eine Reisebus mit Mitgliedern der Volkstanzgruppe
Erfurtshausen und des Musikvereins Erfurtshausen, der städtische Kindergartenbus
sowie eine Delegation per Zug nach Frankreich gereist.
Am frühen Abend des Freitags waren alle Gäste wohlbehalten angekommen und wurden von alten Freunden herzlich willkommen geheißen. Bürgermeister Francois Audoux und Jean-Paul Mesmin, Vorsitzender des dortigen Partnerschaftskommites, übernahmen die Begrüßung im Rahmen eines kleinen Empfangs. Dort wurde auch die Quartieraufteilung vorgenommen. Alle der über 50 deutschen Gäste und die vierköpfige Delegation aus dem österreichischen Tragwein wurden in Gastfamilien in und um Chateau-Garnier, einem nur 600 Einwohner zählenden kleinen Städtchen ca. 35 km südlich von Poitiers untergebracht. So hieß es sich zunächst einmal am Ort umzuschauen und einzugewöhnen. Zwar bestand die Reisegruppe aus zahlreichen Personen, die partnerschaftserfahren sind; dennoch waren eine Reihe von Mitreisenden dabei, die sich zum ersten Mal mit nach Chateau-Garnier begaben. Gute Französischkenntnisse, die die Kontaktpflege sicherlich erleichtern, brachten nicht alle mit, hatten aber keine Probleme. Mit etwas Mut und Geduld kamen alle gut zurecht.
In
Frankreich wird, wie man weiß, gut und ausgiebig gegessen, so dass der erste
Abend bei den Meisten am Esstisch bei einem langen Essen und Gesprächen nach
einer über 1.000 Kilometer langen Anreise ausklang.
Am Samstag stand dann für alle ein echtes Arbeitsprogramm an. Im Salle de Fetes, einer zum Gemeinschaftssaal umgebauten ehemaligen Markthalle, galt es ein interessantes europäisches Thema zu bearbeiten. Dies stand unter dem Titel „Die Stellung der Frau in der Politik in Europa“. Dazu waren eigens zwei junge Referentinnen aus Paris angereist, die das Thema näher brachten. Aurelie Audoux, älteste Tochter von Bürgermeister Francois Audoux, die in Paris Politik und Staatswissenschaft studiert, hatte eine zweisprachige Powerpointpräsentation vorbereitet, die auf hohem fachlichen Niveau für die unterschiedlichen europäischen Staaten empirische Erhebungen über die Teilhabe von Frauen in der Politik von kommunaler bis zur nationalen Ebene vorlegte. In einem zweiten Vortrag wurde die französiche Organisation Ni Putes nis Soumises nahe gebracht. Alex Gusenbauer, der die offizielle Vertretung des Tragweiner Bürgermeisters Joseph Naderer übernahm, glänzte dabei auch bei der sich anschließenden angeregten Diskussion in Französich und Deutsch als Übersetzer.
Hier sind die beiden Vorträge als PDF-Dateien in der deutschen Fassung zum Downloaden:
Die Stellung der Frau in der Politik in Europa


Der Nachmittag konnte dann mit den Gastfamilien frei gestaltet werden, bevor man sich am Abend im Salle des Festes traf. Dort wurde zusammen gegessen, gesungen und getanzt, und dass bis zum frühen Morgen.
Dennoch standen am Sonntag morgen alle wieder auf dem Plan, als ein langer Tag begann. Zunächst stand eine Messe in der Kirche von Chateau-Garnier auf dem Programm, die unter Beteiligung der Gäste mehrsprachig gestaltet wurde, und die mit dem Absingen der Europahymne endete. Nach einer Kranzniederlegung auf dem nahe gelegenen Friedhof zog man dann zum Freizeitgelände Plan d’eau am Ortsrand.
Auf
einem etwa 17 Hektar großen kommunalen und sehr gepflegten Gelände befindet sich
ein ansehnlicher Stausee, der vorwiegend von Anglern genutzt wird. Auch ein
kleiner Campingplatz befindet sich dort und verschiedene Freizeiteinrichtungen.
Dort fand dann zunächst der offizielle Festakt anlässlich 30 Jahre Städtepartnerschaft statt, bei der alle Redner lobten, wie eng die Verbindungen über die vielen Jahre geblieben sind.
Danach
gab es ein großes Spanferkelessen bevor am Nachmittag bei angenehmen
Witterungsbedingungen die Feier anlässlich des 50 jährigen Bestehens der
französichen Volkstanzgruppe stattfand, bei der beide Gruppen durch ihre
wundervollen Darbietungen den vielen Besuchern aus der Region Einiges boten.
Um den abendlichen Hunger zu stillen wurde dann noch einmal ein deftiges Grillessen veranstaltet bevor es zum Tanz unter freiem Himmel ging, an dem viele Menschen aus der Region teilnahmen.
Abgerundet wurde der phantastiche Tag durch ein spektakuläres achtzehnminütiges Höhenfeuerwerk auf der anderen Seite des Sees. Das jährlich am Nationalfeiertag der Franzosen stattfindende Feuerwerk wurde eigens verlegt und zu Ehren der beiden gefeierten Jubiläum ungearbeitet und mit Musik und Textpassagen unterlegt.
Am
Montag verließen dann die österreichische Delegation sowie zwei deutsche
Delegationen Chateau-Garnier und traten damit die über 1.000 Kilomter lange
Heimreise an, während der Bus der Erfurtshäuser Volkstanzgruppe noch bis zum
Mittwoch blieb, um die Gegend zu erkunden und erst danach in Richtung Paris
aufzubrechen, um auf dem Rückweg nach Deutschland eine weitere befreundete
Volkstanzgruppe zu besuchen.
Im nächsten Jahr ist zwischen den Städtpartnern der Ringpartnerschaft kein großes Treffen geplant. Stattdessen soll ein Ringpartnerschaftstreffen von Aktiven und solchen, die es werden wollen, an einem Ort, der für alle vier Gemeinden gleichermaßen gut erreicht werden kann, stattfinden. Dann soll besprochen werden, welche Möglichkeiten sich bieten den Austausch zwischen den Gemeinden jung zu halten und wie man z.B. das Medium Internet nutzen kann, um neue Kontakte zwischen Jugendlichen zu schmieden.
Auch die gegenseitige Vermarktung von regionalen Produkten soll voran gebracht werden, denn Liebe geht (auch zu einer Region) ja bekanntlich durch den Magen!