„Null bis Sechs“ lässt Kinder und Eltern nicht im Stich - Neues Betreuungsangebot verbindet Integration und Prävention (03.11.2009)

„Null bis Sechs“ ist der Titel eines neuen Betreuungsangebotes im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Das Projekt zur Förderung von Kindern hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf gemeinsam mit dem Kinderzentrum Weißer Stein e.V. und mit Unterstützung der Städte und Gemeinden des Kreises auf den Weg gebracht. Kernstück ist die frühzeitige Förderung von Kindern bis hin zum Kindergartenalter sowie die gezielte Beratung und Unterstützung der Eltern sowie des Personals in Kindertageseinrichtungen.

Auf der Grundlage der positiven Erfahrungen im seit 2005 laufenden Modellprojekt in Gladenbach und Dautphetal hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf in enger Abstimmung mit den Kommunen beschlossen, das Beratungsangebot mit dem Kinderzentrum Weißer Stein als Trägerorganisation nun flächendeckend im gesamten Landkreis anzubieten. Gemeinsam mit Bürgermeistern wurde das Projekt für die Region „MITTE“ (umfasst die Kommunen Amöneburg, Cölbe, Ebsdorfergrund, Fronhausen, Lahntal, Lohra, Münchhausen, Weimar und Wetter) jetzt in der Kindertagesstätte in Cölbe vorgestellt. Weitere Regionen im Landkreis sind die Region „WEST“ mit Angelburg, Biedenkopf, Breidenbach, Dautphetal, Bad Endbach, Gladenbach und Steffenberg sowie die Region „OST“ mit Kirchhain, Neustadt, Rauschenberg, Stadtallendorf und Wohratal

„,Null bis Sechs’ verfolgt das Ziel, die Integration von Kindern mit einem besonderen Betreuungsbedarf in Kindertagesstätten um den Aspekt der Prävention zu erweitern, um Startchancen für alle Kinder zu verbessern“, erläuterte der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Dr. Karsten McGovern. Zielgruppe seien Eltern sowie pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Kindertagesstätten und Tagesmütter, die Kinder im Alter zwischen 0 und 6 Jahren betreuen.

Vorbeugung, Früherkennung und frühe Förderung sind die Grundpfeiler dieses neuen, präventiv orientierten, sehr früh ansetzenden und aufsuchenden Angebots. Mögliche Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensauffälligkeiten können hier sehr früh erkannt und – falls nötig – eine entsprechend frühzeitige Förderung rechtzeitig angebahnt werden, möglichst noch vor Eintritt in die Kindertagesstätte. Im Focus steht die Verzahnung von niedrigschwelliger Beratung und Elternbildung, inhaltlich abgestimmt auch auf beratungsferne Familien sowie Zuwandererfamilien.

Als frühe Anlaufstelle mit Gruppenangeboten bereits für Eltern mit Säuglingen sowie Infoveranstaltungen mit Inhalten, die bei Baby-, Klein- und Kindergartenkindern-Eltern Thema sind, möchte das Beratungsangebot auch schon unterstützen, wenn noch kein weitergehender Beratungsbedarf besteht, zum Beispiel bei der Frage nach frühen Bewegungsanregungen oder der Qualität der elterlichen Bindung.

„Der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Städte und Gemeinden haben sich – unter anderem auch im Rahmen des Demographieprojektes – zum Ziel gesetzt, Kinder möglichst gut zu fördern. Nach wie vor entwickelt sich der größte Teil der Kinder in unserem Landkreis positiv und unauffällig“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Dr. Karsten McGovern. Dennoch mehrten sich die Fälle dass Kinder mit Verhaltens- und Entwicklungsauffälligkeiten in den vergangenen Jahren in zunehmendem Maße im sozialen Miteinander der Kindertageseinrichtungen auffällig geworden sind. „Deshalb gilt es, die frühe und gezielte Förderung von Kindern und die Unterstützung der Eltern und der Erzieherinnen zu verstärken“, so Dr. McGovern weiter. Dies funktioniere auch nur in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Trägern der Kindertageseinrichtungen.

Im Rahmen des neuen Förderprogramms wurden viereinhalb Stellen für insgesamt sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschaffen, die an verschiedenen Standorten im Landkreis das Programm regional orientiert aufbauen. Beschäftigt sind die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Kinderzentrum Weißer Stein Marburg-Wehrda e.V..

Das durch das Kinderzentrum Weißer Stein e.V. organisierte Präventionsangebot richtet sich gezielt an Eltern, die Unterstützung bei der Erziehung benötigen. Es ist aufsuchend organisiert, arbeitet eng mit den Kindertagesstätten zusammen, setzt bewährte Erziehungsprogramme ein, hält in den Regionen Beratungsangebote bereit und sucht bei Bedarf auch die örtlichen Kindertagesstätten auf.