ENDLICH! Der Amöneburger Stadtteil Erfurtshausen ist als Förderschwerpunkt der Dorfereneuerung anerkannt! (02.07.2010)

Wie das Hessische Wirtschaftsministerium in einer Pressemitteilung mitgeteilt hat, wird der Amöneburger Stadtteil Erfurtshausen als 244.stes Dorf in Hessen nunmehr als Förderschwerpunkt der hessischen Dorferneuerung anerkannt. Die förmliche Bescheidüberreichung wird danach wohl in Kürze erfolgen. 

Nach Mitteilung des zuständigen Ministeriums werden in diesem Jahr insgesamt 29 Dörfer neu in das hessische Dorferneuerungsprogramm aufgenommen. Ziel des Programmes ist es, den ländlichen Raum auch angesichts der prognostizierten demografischen Entwicklungen als attraktiven Lebensraum zu erhalten, weiterzuentwickeln und seine Zukunftschancen zu wahren. Wie der Minister erläuterte, umfassen die Fördermöglichkeiten neben den klassischen Gebäudeinvestitionen auch soziale und kulturelle Projekte, arbeitsplatzschaffende Investitionen in Handwerk und Gewerbe, Grundversorgungseinrichtungen, sowie Dienstleistungen für Beratung, Projektentwicklung und Moderation. Mit Zustellung der Bescheide über die Anerkennung der einzelnen Orte als Förderschwerpunkt beginnt offiziell das Verfahren der Dorferneuerung.

„Ich freue mich über zahlreiche konstruktive, neue Ideen der Bürgerinnen und Bürger. Ländliche Entwicklung ist in erster Linie eine eigene Gestaltungsaufgabe der ländlichen Regionen, Städte und Dörfer. Sie sollen in eigener Verantwortung Initiative entfalten, ihre Stärken und Schwächen erkennen, Ziele formulieren. Das Land versteht sich dabei als Partner und ist bereit, im Rahmen dieses Programms für Erarbeitung und Umsetzung der Konzepte Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten“, so Minister Posch.

Erfurtshausen ist neben Ebsdorfergrund-Wittelsberg einer von zwei Orten, die neu aufgenommen wurden, und die gute Nachricht wurde vor Ort sehr positiv aufgenommen, nachdem Erfurtshausen ja schon einmal zur Dorferneuerung angemeldet war, dann aber seinerzeit die Entscheidung getroffen wurde, erst im größeren Nachbarort Mardorf Dorfereneuerung zu machen, welche seit letztem Jahr abgeschlossen ist. Davor war bereits Roßdorf Förderschwerpunkt der Dorferneuerung.

„Super, darauf haben wir schon lange gewartet", freute sich Ortsvorsteher Wolfgang Rhiel über die Nachricht aus dem Hessischen Wirtschaftsministerium, dass Erfurtshausen in die Dorferneuerung aufgenommen wurde. „Wir hatten schon Sorge, weil es im Wirt-schaftsministerium wohl Überlegungen gab, Einsparungen vorzunehmen. Deswegen habe ich jeden Tag auf der Homepage des Ministeriums nachgeschaut und auf eine Mitteilung gewartet", sagte ein glücklicher Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg.  Die Erfurtshäuser warteten darauf und seinen begierig, ihre Projekte zu starten.Das Thema Bürgerhaus ist seit dem Konjunkturpaket und den seit einem Jahr andauernden Renovierungsarbeiten nicht mehr aktuell. „Die Bürger sollten froh sein, dass die Mittel aus dem Konjunkturpaket kamen. So war weit mehr möglich als durch Gelder aus der Dorferneuerung", sagte Richter-Plettenberg und erinnerte daran, dass Mardorf einst dem kleinsten Amöneburger Stadtteil vorgezogen wurde. Einige Projekte für die Dorf-erneuerung stehen bereits so gut wie fest, so soll der Platz am Ortseingang aus Richtung Schweinsberg kommend eine Umgestaltung erfahren. Außerdem solle der alte Friedhof, der als solcher entwidmet und nicht mehr belegt wird, parkähnlich gestaltet werden. Ebenfalls ein neues Gesicht soll die Außenanlage des Bürgerhauses bekommen. Die Stadt plant nach Auskunft des Bürgermeisters, ein Grundstück in der Hauptstraße zu kaufen und das alte, leerstehende Haus darauf abzureißen. Die Zusage, das denkmalgeschützte Gebäude einreißen zu dürfen, habe er schon. Dann will die Stadt mit einem Bürger Grundstücke tauschen, sodass sie am Bürgerhaus Platz gewinnt und die Anlage ordentlich gestalten kann. Für Ortsvorsteher Rhiel sind weitere Themen die generelle Verschönerung des Ortsbildes, so hofft er zum Beispiel, dass sich einige Erfurtshäuser von ihren Jägerzäunen trennen: „Mich haben schon einige Bürger wegen der Förderung von privaten Bauprojekten angesprochen", ergänzt er. Der Ortsvorsteher hat zudem einen Wunsch: „An vielen Häusern sind Eternitplatten. Es wird Zeit, das Zeug loszuwerden. Das gilt auch für mich."Aus baulicher Blickrichtung hofft Richter-Plettenberg, dass im alten Ortskern rund um die Kirche einiges passiert. „Die Bausubstanz der Privatleute hat noch Potenzial." Noch dazu möchte er „soziale Themen" angehen, um den Zusammenhalt im Dorf zu fördern. „Der demografische Wandel wird unseren kleinsten Stadtteil in den nächsten 20 Jahren laut Prognosen am härtesten treffen. Außerdem fehlt zum Beispiel ein Einkaufsladen. Wir müssen Aktivitäten vernetzen und Themen bündeln. Zum Beispiel gilt es, einen Trägerverein für das Bürgerhaus zu finden, damit die Bürger ihr Dorfzentrum selbst verwalten."

Übrigens in der Zeit vom 09. bis zum 12. Juli wird in Erfurtshausen die traditionelle Kirmes auf dem Festplatz gefeiert. In diesem Rahmen feiern sowohl der Sportverein als auch die Kolpingfamilie ihr Jubiläum.