Flüchtlingsgeschehen
Das Flüchtlingsgeschehen betrifft uns alle
Aus Funk- und Fernsehen sind uns allen die Bilder der unzähligen Flüchtlingsbewegungen bekannt. Auch die Zeitungen berichten regelmäßig. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf muss sich nach aktuellen Zahlen auf 57 Personen pro Woche einstellen, die eine Unterbringung benötigen. Bis zum Jahresende rechnet der Kreisbeigeordnete Marian Zachow mit ca. 700 Flüchtlingen für unseren Landkreis. Die Flüchtlingsbewegung ist natürlich dynamisch und kann sich jederzeit ändern. Ziel sollte es sein, die Flüchtlinge möglichst dezentral und einzeln, in Kleingruppen oder im Familienverband unterzubringen. Das dies nicht immer gelingen kann, sollte uns allen aber auch bewusst sein.
Die Unterbringung in freien Wohnungen, ggf. mit den Wohnungseigentümerinnen und -eigentümern im selben Gebäude, bietet die Chance auf eine gute Integrationsunterstützung. Daher fordert der Landkreis alle Bürgerinnen und Bürger, die über freie separate Wohneinheiten verfügen, auf, diese zur Vermietung anzubieten. Der Landkreis schließt die Mietverträge mit den Vermietenden direkt ab.
Die Flüchtlinge kommen zur Zeit überwiegend aus der Ukraine, aus Afghanistan, Syrien und aus der Türkei.
Die Stadt Amöneburg wird mit gutem Beispiel voran gehen und prüft zur Zeit eigene Immobilien nach potentiellen Nutzungsmöglichkeiten für die Unterbringung von Flüchtlingen. Diese Immobilien werden jedoch bei weitem für unser Stadtgebiet nicht ausreichend sein.
Zur Zeit ist nicht beabsichtigt in Gemeinschaftseinrichtungen der Stadt Amöneburg Notlager zu errichten.
Als Bürgermeister der Stadt Amöneburg bitte ich dennoch alle Gebäudeeigentümer um Prüfung, ob nicht freier Wohnraum besteht (leer stehende Häuser, Wohnungen oder Bereiche eines Gebäudes, die relativ einfach vom Rest des Hauses abtrennbar und mit Bad und Küche ausgestattet werden können), der über einen befristeten Mietvertrag mit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf für Flüchtlinge bereit gestellt werden könnte.
Es ist ein Zeichen von Solidarität und Menschlichkeit und sollte unser aller Anliegen sein, Menschen menschenwürdig und sicher unterbringen zu können und Ihnen ein Gefühl von Sicherheit und Willkommen sein zu geben.
Seitens des Landkreises erfolgt eine umfassende sozialpädagogische Betreuung der Flüchtlinge in Präsenz. Hierfür stehen Sozialarbeitende des Landkreises bereit. Freiwillige Menschen vor Ort sind natürlich in diesem Bereich immer herzlich willkommen, sei es für Deutschkurse, Erläuterungen zum Zurechtfinden im Alltag vor Ort usw.
Haben Sie Wohnraum und/oder möchten Sie gerne mithelfen, dass die Flüchtlinge sich in unserer Gemeinde zurechtfinden, deutsch lernen und sich integrieren können, dann melden Sie sich entweder direkt bei mir als Bürgermeister der Stadt Amöneburg oder bzgl. Anbieten von Wohnraum auch gerne direkt beim Landkreis Marburg-Biedenkopf. Ich stehe hier auch zur Verfügung, um den Kontakt zum Landkreis zu vermitteln.
Bitte fassen Sie sich ein Herz und verschließen Sie nicht die Augen vor dem, was in der Welt gerade geschieht und Menschen dazu bringt, Ihre Heimat verlassen zu müssen. Lassen Sie uns diese Aufgabe gemeinsam angehen. Von Menschen, für Menschen, aus Menschlichkeit.
Ihr Bürgermeister
Andre Schlipp
(Bildnachweis: https://de.freepik.com/fotos-kostenlos/bettler-die-mit-obdachlosen-nachrichten-auf-der-strasse-sitzen-helfen-bitte_8351921.htm#query=fl%C3%BCchtlingsgeschehen&position=5&from_view=search&track=ais; Bild von jcomp auf Freepik)