"Zukunftserleben Steinbruch Amöneburg" - Dokumentation des Workshops

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Nachdem die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Amöneburg den Beschluss gefasst hatte, einen Bürgerbeteiligungsprozess über die Frage der zukünftigen Nutzung des ehemaligen Amöneburger Steinbruchs durchzuführen, fand nun am 02. April ein ganztägiger Workshop unter dem Titel "Zukunftserleben Steinbruch Amöneburg" mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern statt.

Im Vorfeld war das Büro KOKONSULT aus Frankfurt mit der professionellen Durchführung dieser Zukunftswerkstatt beauftragt worden. Es nahmen mehr als 30 Bürger:innen aus allen Stadtteilen am kreativen Workshop teil; im Vorfeld bestand auch die Möglichkeit Ideen schriftlich enzureichen.

Kristina Oldenburg von KOKONSULT und ihr Team hatten im Vorfeld eine Menge Vorbereitungsarbeit zu leisten, um den Tag mit den Methoden "WorldCafé" und "Fish-Bowl" mit den Teilnehmenden zu gestalten. Aus Sicht der Moderatorin stand im Mittelpunkt die Frage, was das Beste ist, was mit dem Ort passieren kann?

 

 Workshop 

Und so setzten sich die Teilnehmenden in Kleingruppen an Tischen zusammen, auf denen Karten des Geländes lagen, und gestalteten ihre Vorschläge für die Nutzung - als "Leitplanken" hatten die Kommunalpolitik einige Vorgaben gemacht, zum Beispiel eine Ausrichtung auf Nachhaltigkeit, auf eine naturnahe Gestaltung, aber auch auf den Erlebnischarakter. Zudem gaben sie vor, dass keine Abhängigkeit entstehen soll - und das Gelände nicht verkauft wird.

Als "Quintessenz" kam heraus, dass nahezu alle Bürgerinnen und Bürger sich eine Vernetzung beziehungsweise Anbindung des Geländes wünschen und den Ansatz verfolgen, dass die Amöneburgerinnen und Amöneburger den Ort nutzen und sich begegnen können. Ein Fokus soll dabei auf dem Thema "Natur erleben und bewahren" liegen, so die Moderatorin in der Nachbetrachtung.


Aufgeführte Ideen waren unter anderem: eine Radwegeanbindung, Wohnmobilstellplätze, ein naturnaher Zeltplatz, Mountainbiking-Trails, ein Hoch- oder Niedrigseilgarten, Wanderwege, Aufforstungen (und eine Nutzung als Hochzeits- und Geburtenwald), eine kleine Gastronomie, Lehrpfade, eine Grillhütte, die Schaffung von Ausgleichsflächen, ein Schwimmteich, ein Wasserspielplatz, ein Streichelzoo, Kletterwände, einen Garten der Menschenrechte und vieles mehr.
Auf große Resonanz stieß dabei der Ansatz, den Betrieb des Geländes genossenschaftlich zu organisieren - nach Vorbild der Zeiteninsel.


"Die grundsätzlichen Rahmenbedingungen des Bebauungsplans passen recht gut zu den entwickelten Ideen", stellt Bürgermeister Michael Plettenberg heraus und freut sich über den bürgerschaftlich-partizipativen Ansatz und die gelungene und kreative Veranstaltung. "Nach dem nun endgültig klar geworden ist, dass kein Investor kommen soll, und die Stadt Amöneburg als Eigentümerin die Schlüsselstellung behalten soll, werde sie sich auch um die Finanzierung kümmern müssen. Dazu gehöre, dass sie die Eigenmittel für diverse Förderprojekte aufbringen müsse."


Vorsorglich soll der ehemalige Steinbruch als sogenanntes "Startprojekt" in die aktuell in Erarbeitung befindliche Lokale Entwicklungsstrategie (LES) der Leader-Region Marburger Land implementiert worden.

Zur Aufgabe von Kokonsult gehörte auch eine Abschlussdokumentation zu erstellen. Diese liegt nun vor, und wird nun auf der Homepage der Stadt Amöneburg über einen Link zu diesem Artikel veröffentlicht. Damit ist der an sie erteilte Auftrag zunächst erst einmal erledigt.

Doch wie geht es nun weiter?
Die Teilnehmenden am Workshop hatten gegen Ende der Veranstaltung vielfach ihre klare Erwartung formuliert, dass der eingeleitete Prozess nun zielgerichtet fortgeführt wird.
Letztlich entscheiden darüber die in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen, die den Auftrag zum Bürgerbeteiligungsprozess erteilt hatten. Nach ersten Rückmeldungen aus den Fraktionen sieht es danach aus, als sei der nächste Schritt in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie am 31. Mai 2022 über die Angelegenheit zu sprechen.


Kristina Oldenburg von Kokonsult hat indessen bereits eine Idee, wie das Erarbeitete zu einem Konzept verdichtet werden könnte, und dazu ein Angebot vorgelegt. Dieses liegt den Fraktionen ebenso vor wie ein Vorschlag des Amöneburger Ortsbeirats, der sich ebenfalls bereit mit der Sache intensiv befasst hat.