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Windpark Roßdorf: Regierungspräsidium Gießen erteilt Genehmigung für Windpark


Foto: Das Bild zeigt eine Fotosimulation vom Ortsausgang in Roßdorf über das Baugebiet "Am Einweg" aus gesehen
Die Erschließung der Baustelle beginnt in Kürze / Fünf Anlagen vom Typ GE 2.5-120 produzieren ab Ende 2015 sauberen Windstrom für mehr als 11.000 Haushalte

Foto: Das Bild zeigt eine Fotosimulation vom Ortsausgang in Roßdorf über das Baugebiet "Am Einweg" aus gesehen
Die Energiewende in Hessen nimmt weiter Fahrt auf. In Amöneburg-Roßdorf im Landkreis Marburg-Biedenkopf plant der Windkraft-Spezialist juwi den Bau von fünf modernen Windrädern vom Typ General Electric (GE) 2.5-120.

Der Windpark ist für insgesamt sieben Anlagen konzipiert. Zwei Anlagenstandorte befinden sich noch im Genehmigungsverfahren. Die Beteiligten gehen davon aus, dass auch diese beiden Standorte Baurecht erhalten, und etwa zeitversetzt ein Jahr später errichtet werden.

Die speziell für Binnenlandstandorte konzipierten Anlagen haben eine Nennleistung von 2,5 Megawatt, eine Nabenhöhe von 139 und einen Rotordurchmesser von 120 Metern. Nach Inbetriebnahme werden sie jährlich mehr als 40 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom produzieren - genug für rund 11.000 Haushalte. In enger Kooperation mit der Stadt Amöneburg, der Waldeigentümergemeinschaft und dem Forstamt Kirchhain beginnen in Kürze die bauvorbereitenden Maßnahmen.

"Um die Eingriffe in die Natur so gering wie möglich zu halten, arbeiten wir eng mit der Genehmigungsbehörde und dem Forstamt Kirchhain zusammen", so juwi-Projektleiter Silvan Schumacher. Konkret heißt das: Vorhandene Wegesysteme, Freiflächen, zum Teil vorgeschädigte Gebiete und Windwurfflächen wurden in die Planung einbezogen. "Wir handeln stets nach den Grundsätzen: vermeiden, ausgleichen, ersetzen. Jeder Eingriff in Forst und Natur wird gemäß den gesetzlichen Richtlinien kompensiert. Werden Bäume gefällt, müssen sie im gleichen Naturraum wieder aufgeforstet werden", erklärt Schumacher. Die Standorte für den Windpark befinden sich überwiegend in forstwirtschaftlich genutzten Fichtenbeständen.
Die Erschließungsmaßnahmen an der Zuwegung und den Kranstellflächen werden Ende Februar abgeschlossen sein. Im Sommer erfolgen die Fundamentarbeiten sowie die Anlieferung der Großkomponenten, anschließend der Turmbau. Ende des Jahres werden die fünf Windräder dann fertiggestellt sein und den Landkreis Marburg-Biedenkopf mit sauberem Windstrom versorgen.

Aber nicht nur aus ökologischer Sicht profitiert die Region. Auch ein Großteil der Wertschöpfung bleibt im Landkreis, schließlich hat sich die Stadt Amöneburg, die das Projekt von Anfang an unterstützte, ein Vorkaufsrecht am Windpark einräumen lassen. Dadurch könnte sie alleine oder in Kooperation mit weiteren Partnern aus der Region den Windpark nach Fertigstellung betreiben. Zudem sollen sich die Bürgerinnen und Bürger der Stadt am Windpark finanziell beteiligen können. Silvan Schumacher: "Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam mit der Stadt die Energiewende im Landkreis so bürgernah vorantreiben können."

Amöneburgs Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg, der sich seit Jahren für den Windpark stark macht, zeigt sich angesichts der nunmehr erteilten Baugenehmigung zufrieden: "Die Akzeptanz in der Bevölkerung für das Projekt war hier von Anfang an sehr hoch. Wir freuen uns, dass die Stadt - und damit jeder Bürger und jede Bürgerin - auf jeden Fall wirtschaftlich vom Windpark profitiert. Wir werden jetzt mit Hochdruck daran arbeiten, den Windpark gemeinsam mit regionalen Partnern zu erwerben. Am Verhandlungstisch haben neben der Stadt Amöneburg die Stadtwerke Marburg, die Energienossenschaft Marburg-Biedenkopf eG und die Gemeinde Cölbe Platz genommen. Nur so können wir die wirtschaftlichen Chancen, die uns die Hessische Gemeindeordnung im Rahmen der wirtschaftlichen Betätigung im Bereich der erneuerbaren Energien ausdrücklich einräumt, zum Wohle der Sicherung unserer Haushaltswirtschaft für die nächste Generation nutzen. Und ganz nebenbei: Wir werden energieautark!"

Was das nunmehr erfolgreich abgeschlossene Genehmigungsverfahren angeht sind alle Beteiligten froh, dass es fast wider Erwarten doch noch gelungen ist die Genehmigung bis Mitte Februar 2015, und damit fast in Rekordzeit zu erhalten. Während manche Verfahren oft drei Jahre in Anspruch nehmen hat es nur etwa in Jahr gedauert. Stellvertretend für alle an diesem komplizierten Verfahren Beteiligten bedankt sich Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg zunächst beim Regierungspräsidium in Gießen als zuständige Genehmigungsbehörde dessen Mitarbeiter hier eine dienstleistungsorientierte und nicht vorrangig bürokratisch orientierte Leistung erbracht haben. Einen weiteren persönlichen Dank spricht er Frau Landrätin Kirsten Fründt aus, die sich mit ihren beteiligten Mitarbeitern persönlich dafür stark gemacht hat, dass in letzter Sekunde vorgetragene Bedenken, ausgeräumt werden konnten.

Mit der heute erteilten Genehmigung ist nach dem vorliegenden Bauzeitenplan klar, dass die fünf genehmigten Anlagen noch in diesem Jahr in Betrieb gehen können und damit die für 2015 geltende höhere Förderung des EEG erhalten werden. Dies ist ein wichtiger Punkt für die Wirtschaftlichkeit des Projekts.

Zur Projektentstehung:
Die Stadt Amöneburg hatte im Jahr 2010 erste Gespräche mit den Roßdorfer Waldinteressenten, zu denen sie selbst gehört, als Flächeneigentümern aufgenommen. Parallel dazu wurden Windkraftprojektierer mit der Fläche betraut. Nachdem juwi als Projektpartner feststand wurden die Flächen über Verträge gesichert. Gleichzeitig schloss die Stadt Amöneburg unter anderem einen städtebaulichen Vertrag mit juwi, der ihr verschiedene Rechte zusichert, unter anderem ein Vorkaufsrecht. Die Amöneburger Stadtverordnetenversammlung machte planerisch den Weg frei, in dem sie ein Regionalplanabweichungsverfahren befürworteten. Diese musste dann jedoch nicht durchgeführt werden, weil die Region Mittelhessen nachdem Hessischen Energiegipfel den Teilregionalplan Energie aufzustellen begann und die Planfläche dort als Windvorrangfläche vorgesehen ist.

Während andere Kommunen zum Teil versuchen Windkraftprojekte komplett selbst zu initiieren und umzusetzen, wählte die Stadt Amöneburg bewusst dieses PPP-Modell, dass für die Stadt Risiken reduzierte, jedoch viele vor allem wirtschaftliche Chancen offenhält. Mit juwi hat sie einen starken Projektpartner, der im Gesamtunternehmen jedes Jahr mehr Windkraftanlagen baut als in ganz Hessen zusammen errichtet werden, und der dazu noch kommunalfreundlich agiert.
So konnte die Stadt Amöneburg während der gesamten Projektlaufzeit die Rolle eines Mittlers zwischen den verschiedenen Interessen einnehmen und konnte zu jedem Zeitpunkt Einfluss nehmen.

Zur juwi-Gruppe

juwi zählt zu den führenden Spezialisten für erneuerbare Energien mit starker regionaler Präsenz. Das Unternehmen wurde 1996 von den Windkraftpionieren Matthias Willenbacher und Fred Jung gegründet und hat seinen Sitz in Wörrstadt in Rheinland-Pfalz. Bislang hat juwi im Windbereich über 800 Windenergie-Anlagen mit einer Leistung von knapp 1.750 Megawatt an über 100 Standorten realisiert; im Solarsegment sind es mehr als 1.500 PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1.400 Megawatt. Diese Energieanlagen erzeugen zusammen pro Jahr rund sechs Milliarden Kilowattstunden Strom; das entspricht in Deutschland dem Jahresbedarf von mehr als 1,5 Millionen Haushalten. Für die Realisierung der Energieprojekte hat juwi in den vergangenen 18 Jahren insgesamt ein Investitionsvolumen von über sechs Milliarden Euro initiiert.


Grafik: Die Grafik zeigt die Standorte im Waldgebiet südlich von Roßdorf. Die Anlagenstandorte 2 und 7 werden zeitversetzt realisiert.





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