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Stadt Amöneburg
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Schwesternhaus nach Großinvestition feierlich eingeweiht


Gesellschaft verfügt nun über öffentliche Seniorenbegegnungsstätte im Stadtgebiet Amöneburg

Obwohl die Stadt selbst nicht Träger geworden ist, verfügt die Gesellschaft der Stadt Amöneburg ab sofort über eine moderne und öffentliche Seniorenbegegnungsstätte, die von möglichst vielen Menschen aus allen Stadtteilen genutzt werden sollte.

Am Sonntag den 04. August 2019 war es nach langer Umbauphase soweit, und es konnte Einweihung gefeiert werden. Dazu hatte die Katholische Kirchengemeinde als Eigentümerin des Hauses gemeinsam mit dem Bürgerverein Leben und Altwerden e.V. eingeladen.

Gekommen waren viele Menschen, denen das ehemalige Schwesternhaus wichtig ist. Eine besondere Freude war die Anwesenheit der drei Ordensschwestern, der ehemaligen Oberin Ludbirga, Irmhild und Johanna Maria, die zusammen fast hundert Jahre im Mardorfer Schwesternhaus verbracht hatten und 2009 dort wegen Nachwuchssorgen im Fudaer Orden dort ausgezogen waren.

Pfarrer Marcus Vogler übernahm als Hausherr die Umrahmung der Veranstaltung mit einer Andacht, die musikalisch vom Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt wurde, und die vo den Besuchern als sehr schön und feierlich empfunden wurde.


Nach der umfangreicher Begrüßung und Einführung durch Verwaltungsratsmitglied Jochen Fischer und umfangreichen Erläuterungen zu der durchgeführten Baumaßnahme durch Hubert Ivo und Architekt Christian Spitzner, konnte Burkhard Wachtel als Vorsitzender des Bürgervereins Leben und Altwerden seine Freude über dieses wichtige Ereignis kaum im Zaum halten, dass mit diesem Tag die öffentliche Seniorenbegegnungsstätte ihren Startpunkt gefunden hat. Ivo und Wachtel dankten gemeinsam einer Vielzahl an Menschen und Freunden des Projekts, ohne die eine Realisierung nicht möglich gewesen wäre.

Wachtel rief dazu auf die neue Seniorenbegegnungsstätte gut anzunehmen, und zwar über Ortsteil und Gemeindegrenzen hinweg. Schon heute seien viele Gäste und Helfer*innen nicht aus Mardorf, sondern aus der weiten Region. Er mahnte auch, dass der Bürgerverein mit dem Betrieb der Begegnungsstätte für die Dauer von 25 Jahren eine große Verantwortung übernommen habe, und dankte allen seinen Mitstreitern.

Landrätin Kirsten Fründt hob in Ihrem Grußwort den besonderen Vorbildcharakter des Mardorfer Projekts für den gesamten Landkreis hervor und erklärte, dass das Team vom Bürgerverein heute ein absolutes Expertenteam sei, dass nicht nur anderen Initiativen, sondern auch der Kreisverwaltung ein wichtiger Ansprechpartner und Ratgeber sei.

Bürgermeister Michael Plettenberg übernahm es sodann den beiden Personen zu danken, die den anderen zuvor Dank und Anerkennung ausgesprochen haben, nämlich Hubert Ivo und Burkhard Wachtel, die jeweils als Sprecher ihrer Institution gesprochen hatten.

Hubert Ivo war es der das Bauprojekt über seine Amtszeit als Verwaltungsratsmitglied hinaus bis zu seiner Eröffnung und darüber hinaus betreut. Sein Ehrgeiz und seinem Durchhaltevermögen sei es maßgeblich zu verdanken, dass die Kirchengemeinde letztlich in 2016 die Entscheidung getroffen hat das Investitionsprojekt selbst zu stemmen. Dabei konnte er sich stets auf den Rat und die Hilfe von Karl-Heinz Kräling als ehrenamtlichen Bauexperten verlassen, der mit sehr viel Herzblut das Projekt begleitet.

Der großen Invesition voran gegangen war ein langer und steiniger Weg, der konkret im Jahr 2008 mit einer Initiative der Amöneburger Kommunalpolitik begonnen hatte.

Vor dem drohenden Weggang der Ordensschwestern, der zu diesem Zeitpunkt noch keine beschlossene Sache war, aber von vielen erwartet wurde, nahm die Stadt Amöneburg das Schwesternhaus für sich in den Fokus. Nach einem Beschluss der Stadtverordneten schlossen sich Bürgermeister Michael Plettenberg und Burkhard Wachtel aus dem Rathaus sich mit der Stabsstelle Altenhilfe des Landkreises zusammen, machten die Idee zu ihrer Sache. Begonnen wurde mit einem Moderationsprojekt, das mit finanzieller Unterstützung der Stadt Amöneburg und des Landkreises aus der Taufe gehoben wurde.

Als Moderator konnte damals der Mardorfer Unternehmensberater Manfred Hof gewonnen werden, der eine erstklassige Struktur in die vielen in einem bürgerschaftlichen Prozess gewonnenen Wünsche und Gedanken rund um das Schwesternhaus und das Leben im Alter brachte. Manfred Hof war es auch, der später die Gründung des Bürgervereins in Konsequenz des erarbeiteten Projekts umsetzte und sein erster Vorsitzender wurde, bevor Burkhard Wachtel dieses Amt später übernahm und bis heute innehat.

Mit dem Mittagstisch, der Gründung des Bürgervereins und einem Jahr später der Bürgerhilfe nahm das Projekt seinen Lauf und fand immer mehr Freunde und Unterstützer. Heute helfen viele ehrenamtliche Helfer*innen mit, dass der Verein fast wie ein kleines Unternehmen seine Arbeit am Menschen erbringen kann, und damit für Lebensqualität sorgt.

Ein Glücksfall für das Projekt war natürlich auch die Besetzung der hauptamtlichen Koordinationsstelle mit Christina Stettin, die eine wundervolle Arbeit leistet und immer wieder bescheiden ist und das ihr oftmals zugedachte Lob auf andere weiter leiten möchte.

Das in 2008/2009 entwickelte Konzept hatte dabei natürlich nicht nur die Schaffung von Angeboten für Ältere und Menschen mit Hilfebedarf im Auge, sondern auch das Schwesternhaus selbst, ein Gebäude mit Geist und Seele, dass als letztes Schwesternhaus in der gesamten oberhessischen Region bis zum Auszug, und das eit mehr als einhundert Jahren, ein Kristallisationspunkt im sozialen Leben im Ort darstellte.

Mit der Umsetzung des Investitionsprojekts ist es gelungen, dass es das auch für die Zukunft bleibt.

Doch ob die Investition kommt stand lange auf der Kippe, da weder die Stadt noch die Kirchengemeinde oder ein privater Investor Schlange standen angesichts der zu erwartetenden finanziellen Belastungen, die nicht durch Zuschüsse und andere Einnahmen gedeckt werden können.

Letztlich hat sich aber die Kirchengemeinde Mardorf dazu entschlossen die Investition selbst durchzuführen und mit Zuschüssen Dritter mehr als 1,2 Millionen in den Ausbau und die Sanierung des ehemaligen Schwesternhauses zu investieren, ca. 600.000 € allein davon für die öffentliche Seniorenbegegnungsstätte im Erdgeschoss. Bis zu dieser Entscheidung hat es sieben Jahre gebraucht, aber die Entscheidung wurde getroffen und das ist großartig.

Obwohl sich maßgeblich das Land Hessen an den Kosten der Begegnungsstätte beteiligt und auch der Bürgerverein eine immensen Investitionskostenzuschuss aufgebracht hat, ist am Ende bei der örtlichen Kirchengemeinde allein für die Begegnungsstätte ein Schuldenberg von rund 210.000 € geblieben, dem in den nächsten Jahren keine laufenden Einnahmen gegenüber stehen, aus denen der Schuldendienst geleistet werden kann. Das bedeutet, das es sich um unrentierliche Schulden handelt, die aus allgemeinen Einnahmen der Kirchengemeinde finanziert werden müssen.

Deshalb ist die Kirchengemeinde weiterhin auf der Suche nach Geldgebern und freut sich über Spenden.

Abgerundet wurde das Projekt Schwesternhaus aber auch durch den Einbau von vier modernen barrierearmen Apartments im Obergeschoß, von denen noch zwei frei sind. Bereits im September werden die ersten Bewohner das Haus bevölkern.

Der gelungene Tag der Eröffnung stand jedoch nicht maßgeblich im Zeichen des Geldes und der Finanzen, sondern vielmehr im Zeichen der Menschen, die sich über das Gelingen des Projekts freuten, das mit der Einweihung seinen vorläufigen Höhepunkt erleben durfte. Sie nahmen es bei herrlichem Wetter mit Freude in Besitz.



Die Stadtverwaltung Amöneburg dankt allen Menschen, die seit mehr als zehn Jahren an die vollständige Umsetzung des Projekts geglaubt und hartnäckig daran gearbeitet haben.

Danke!






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