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Stadt Amöneburg
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Trockenheit und Borkenkäfer setzen auch dem Amöneburger Stadtwald zu - Ruheforst bleibt Thema


Man kennt sie aus Funk und Fernsehen, die Bilder von geschädigten Deutschen Wäldern. Trockenheit, Klimawandel und der Borkenkäfer setzen dabei vor allem und recht schnell den Nadelwäldern zu.
Dass das auch im Stadtwald der Stadt Amöneburg so ist, davon konnte sich Bürgermeister Michael Plettenberg und Bauamtsmitarbeiter Marius Tatzel letzte Woche beim Waldbegang mit Vertretern des Regierungspräsidiums Gießen und von Hessen-Forst persönlich überzeugen.

Zwar ist der Nadelholzbestand für den Brücker Wald nicht unbedingt typisch, jedoch ist er durchaus verbreitet. Das Bild zeigt eine Fläche, die von Hessen Forst mit Lohnunternehmern vor kurzem vorzeitig entnommen werden musste. Die außerplanmäßigen Kosten können durch die Verkaufserlöse nicht gedeckt werden, da auf Grund der Nachfrage und des Überangebots im Markt die Preise gefallen sind. Dies führt dazu, dass der Wald dieses Jahr und vielleicht auch in den Folgejahren Verluste erzeugen wird. Das liegt nicht an einer schlechten Bewirtschaftung sondern an der Struktur und dem Zustand des Waldes.

Der heutige Amöneburger Stadtwald ist rund 100 Hektar groß und liegt in der Mitte des Brücker Waldes. Er ist als nach EU-Recht schützenswerter Wald nach der sog. FFH-Richtlinie geschützt, und wird von Hessen Forst im Auftrag der Stadt als Eigentümerin nach den Maßgaben der FFH-Maßnahmenpläne und einem Vertrag mit dem Land Hessen schonend bewirtschaftet.

Typisch im Brücker Wald sind die alten Eichenbestände. Als kleinen Ausgleich für die Nachteile erhält die Stadt Amöneburg aus dem Vertrag mit dem Land Hessen eine Entschädigung von etwa 1.000 € jährlich. Nicht viel, aber immerhin.
Bei der Begehung mit dem Regierungspräsidium zeigte sich dessen Vertreter mit dem Eichenbestand sowie durchgeführten Pflanz- und Naturverjüngungsmaßnahmen zufrieden.

Die Stadt Amöneburg muss nun als Eigentümerin entscheiden, wie die nun entstandenen Freiflächen wieder bewaldet werden. Revierförster Alexander Wolf teilte mit, dass über die Förderrichtlinie des Landes Hessen bis zu 70% Förderung möglich seien. Hessen Forst will darauf achten, dass ganz besonders gewinnbringende Bäume bis zu ihrer Ernte so geschützt werden, dass sie bei Ihrer Ernte z.B. als Furnierholz hohe Verlaufserlöse erzielen, und damit den Wald in schwarze Zahlen bringen. Zudem hat er die Hoffnung, dass manche Fichtenbestände gerettet werden können. Dies begründet er damit, dass nach dem großflächigen Verlust von Fichtenbeständen in ganz Deutschland, die Nachfrage an Bauholz danach nur kaum zu befriedigen sein wird. "Wer dann noch Fichte im Bestand hat, kann sich glücklich schätzen".
Ein konkretes Problem sieht er auch in den unterschiedlichen Interessen, die der Waldeigentümer und die Jagdpächter haben. Wenn es nach ihm ginge würde vor allem im Brücker Wald mehr Rehwild geschossen, da es bei der Aufforstung erhebliche Schäden anrichtet und die Kosten dafür in die Höhe treibt. Die Jäger konzentrieren sich jedoch sehr auf das Schwarzwild, vermutlich auch weil sie in der Feldgemarkung den Flächeneigentümern Wildschäden ersetzen müssen. Eine solche Regelung gibt es im Wald nicht. Während ein benachbarter Privatwaldbesitzer im Brücker Wald eine Eigenjagd betreibt, und damit beide Interessen zusammen führt, ist der Stadtwald zusammen mit Offenlandflächen privat verpachtet.
Positiv reagierte der RP_Vertreter auch auf die Idee im Brücker Wald einen Ruheforst einzurichten. Diese Idee stände keineswegs im Widerspruch zum Schutzgedanken der FFH-Richtlinie.

Da die Zuwegung von Amöneburg her jedoch privat ist, und die Wegeeigentümer eine Nutzung der Wege als Zufahrt zum Ruheforst strikt verweigern, bestünde allenfalls die Möglichkeit einen Ruheforst über eine städtische Wegefläche von der B 62 nahe Niederklein zu erreichen. Das würde Besucherfahrzeuge recht tief in den Wald hinein führen, da man ansonsten einen recht langen Fußweg auf sich nehmen müsste.


Sollte das Gutachten positiv sein möchte er der Stadtverordnetenversammlung die Aufstellung eines Bebauungsplans konkret vorschlagen. Er begründet das mit der Nachfrage aus der Bevölkerung für eine solche Bestattungsform. Da sich in der Gesellschaft auch in Amöneburg in den letzten Jahren ein Wandel vollzogen habe, will er auch das Thema Friedhofsordnung angehen. Hier sollen neue und alternative Bestattungsformen auf den Friedhöfen diskutiert werden. Auch das schwierige Thema Grabeinfassungen soll dabei auf den Prüfstand gestellt werden, da diese technisch über die Nutzungszeit sehr viel Reparaturaufwand und damit Kosten verursachen und zu viel Ärgernis führen. Letztlich stellt sich auch aus Umweltschutzgründen die Frage, ob so viel Stein und Beton auf unseren Friedhöfen sein muss.






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