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Stadt Amöneburg
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Massenhafte Sanierung von bleihaltigen Wasseranschlussleitungen steht bevor



Die Orte Roßdorf, Mardorf und Amöneburg gehören zu den wenigen Orten in unserem Landkreis, in den vor 1970 gebaute Häuser zum Teil immer noch alte Trinkwasseranschlüsse haben, die aus bleihaltigen Materialien bestehen.

Seit Langem ist bekannt, dass Blei für den menschlichen Körper schädlich ist, und nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich Blei aus Leitungen, wenn auch in geringen Mengen, im Trinkwasser löst. Deshalb hat der Gesetzeber die Trinkwasserverordnung geändert und zum Ende 2013 die Grenzwerte für Blei drastisch gesenkt.

Das bringt Wasserversorger und Hauseigentümer unter Druck jetzt entsprechende Leitungen auszutauschen. Unabhängig davon, dass viele Menschen die Gefahr von Blei immer noch bagatellisieren, geht es auch um viel Geld, denn schließlich kann die Erneuerung der Leitung mit Wiederherstellung der Oberflächen schnell mal 5.000 € Kosten oder mehr. Und diese Kosten sind in der Regel vom Hauseigentümer an den Wasserversorger in voller Höhe zu erstatten - so auch in der Stadt Amöneburg.

Die betroffenen Eigentümer und Mieter sind informiert, schließlich wurden alle betroffenen Objekte in einem speziellen Probeahmeverfahren das vom Bundesumweltamt entwickelt wurde beprobt. Dabei werden zwei Vergleichsproben innerhalb von vier Stunden genommen, während in dieser Zeit kein Wasser gezapft werden darf.

Eine Auswertung, die die Stadt Amöneburg bereits im Oktober 2015 auf Anforderung des Gesundheitsamtes dorthin gesandt hat, hat jetzt dazu geführt, dass der Landkreis Marburg-Biedenkopf gegenüber der Stadt Amöneburg als Wasserversorger schriftlich angeordnet hat sämtliche Hausanschlüsse bei denen die Grenzwerte überschritten wurden bis zum 30. November 2016 auszutauschen.

Alle Anschlüsse bei denen der Grenzwert nicht überschritten wurde müssen stattdessen im Abstand von sechs Monaten neu beprobt werden. Der Austausch erfolgt auf freiwilliger Basis.

Bei etwa 70 Prozent der Anschlüsse wurde eine Grenzwertüberschreitung festgestellt, bei 30 Prozent nicht. Dabei ist die Verteilung nach Orten sehr unterschiedlich: während in Roßdorf bei nahezu allen beprobten Anschlüssen Grenzwertüberschreitungen festgestellt wurden, ist das Verhältnis in Amöneburg und Mardorf fast genau 50 zu 50 %. Dies ist verwunderlich da die Fachwelt eigentlich davon ausgegangen war, dass die Grenzwerte jetzt so niedrig sind, dass damit nahezu jeder Anschluss die Kriterien nicht mehr erfüllt.


Das Kreisgesundheitsamt wird die Eigentümer der betroffenen Objekte jetzt kurzfristig ein Informationsschreiben zukommen lassen, das verschiedene Fallgruppen unterscheidet.

Zum Beispiel wurde dem Gesundheitsamt im Rahmen der Beprobung bekannt, dass auch Leitungen hinter der Wasseruhr in der Hausinstallation zum Teil noch aus Blei sind. Sofern es sich um Vermietungsobjekte handelt wird der Eigentümer eine behördliche Sanierungsanordnung aus Marburg für die betroffenen Anlagenteile bekommen. Wenn der Eigentümer das Objekt selbst bewohnt bekommt er die Sanierung nur empfohlen, da eine Selbstgefährdung erlaubt ist.

Die Stadt Amöneburg hat sich auf die Sanierung vieler Wasseranschlüsse in diesem Jahr vorbereitet und den Betrag von 500.000 € in den städtischen Haushalt eingestellt. Da der Haushalt noch nicht vom Landkreis genehmigt ist wurde sofort die Vorabgenehmigung für diesen Haushaltsposten bei der Kommunalaufsicht beantragt.

Parallel hat die Stadtverwaltung die erforderliche öffentliche Ausschreibung an ein entsprechendes Tiefbauunternehmen vorbereitet und in der Schublade liegen.
Um die Fertigstellung bis 30.11.2016 zu schaffen wird das beauftragte Unternehmen mit mehreren Kolonnen arbeiten müssen.

Das Kreisgesundheitsamt wird für alle Betroffenen eine Bürgersprechstunde im Amöneburger Rathaus anbieten am:

01.04.2016 von 10.00 bis 13.00 Uhr
04.04.2016 von 10.00 bis 13.00 Uhr
07.04.2016 von 15.00 bis 18.30 Uhr

Änderung: Das Gesundheitsamt wird nur eine Sprechstunde in Amöneburg anbieten, und zwar am Donnerstag den 07.04. von 14 bis 17 Uhr im Rathaus in Amöneburg.

Natürlich hat jeder Betroffene die Möglichkeit sich individuell an das Gesundheitsamt in Marburg zu wenden. Ansprechpartner dort ist Herr Löwen.

Die Hygieneanforderungen an unser hochwertiges deutsches Trinkwasser, das vielfach noch in kommunaler Hand ist, sind sehr streng, teils strenger als für Flaschenwasser. Man sollte als Verbraucher das Thema Blei im Trinkwasser nicht bagatellisieren, jedoch besteht auch kein Grund zur Panik, schließlich wurde eher willkürlich ein Grenzwert gesenkt, um die Umweltstandards zu erhöhen.

Alles in allem bleibt festzuhalten, dass die Leitungen der betroffenen Objekte mindestens 45 Jahre alt sind und damit ohnehin abgeschrieben und ihren Dienst getan haben. Somit ist unabhängig davon, dass Hauseigentümer nun unfreiwillig einen hohen Geldbetrag aufwenden müssen, dieser gut angelegt.

Betroffene, die auf Grund der Diskussion jetzt der Meinung sind, dass Ihr Hausanschluss zu den ersten gehören sollte der erneuert wird, können sich gerne mit diesem Anliegen im Bauamt der Stadt Amöneburg melden. Ansprechpartner hierfür ist Herr Marius Tatzel.






Stadt Amöneburg
Am Markt 1 | 35287 Amöneburg | Tel.: 0 64 22 / 92 95-0 | Stadtverwaltung@amoeneburg.de
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