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Stadt Amöneburg
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30 Jahre Städtepartnerschaft mit Tuoro sul Trasimeno und 20 Jahre Ringpartnerschaft mit Tragwein, Chateau-Garnier vom 06. bis 09. Juli - Ein Wochenende mit europäischen Freunden


Ankunft nach langer Reise an der Mehrzweckhalle Roßdorf
In den letzten Jahren ist Europa mächtig strapaziert worden. Brexit, Flüchtlingskrise und das Thema Terrorismus haben aufgezeigt, dass die Europäische Union sozusagen an ihren Grenzen angekommen ist. Viele Menschen begreifen Europa überhaupt nicht mehr als Grundlage für Frieden, Freiheit und Wohlstand in unseren Gesellschaften, sondern als nimmersattes Bürokratiemonster, dass sich verselbstständigt und von den Menschen, für die es sorgen soll, gefährlich entfernt hat. Viele Menschen tragen Europa nicht mehr wirklich in ihrem Herzen und nationalistische und rechtspopulistische Tendenzen greifen um sich.

Doch in der Stadt Amöneburg gibt es eine Gruppe von Menschen, die vor allem durch persönliche Verbindungen in die europäischen Nachbarländer überzeugte Europäer sind und bleiben wollen. In diesem Sinne waren die Feierlichkeiten und Begegnungen anlässlich des Jubiläums der Städtepartnerschaft mit Tuoro und dem Jubiläum der Ringpartnerschaft eine wundervolle Demonstration der Freundschaft und Solidarität aller beteiligten Bürger und Bürgerinnen Europas.

Nachdem im Jahr 2012 das 25jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft im umbrischen Tuoro gefeiert worden war, war bereits lange klar, dass das 30Jährige in der Stadt Amöneburg mit dem Schwerpunkt in Roßdorf in diesem Jahr stattfinden würde.
Vor diesem Hintergrund hatte ein Organisationsteam seit Monaten an der Begegnung gearbeitet. Dabei hat der Roßdorfer Tuoro-Club, als einziger Partnerschaftsverein vor Ort, mit seinem Vorstand und seinen Mitgliedern die Federführung übernommen. Im Organisationsteam waren zudem die Ortsvorsteher von Mardorf und Erfurtshausen sowie weitere Personen aus diesen beiden Orten sowie Bürgermeister Michael Plettenberg vertreten.

Dabei galt es den Aufenthalt von rund 85 Gästen aus drei Ländern in der Zeit vom 06. bis 09. Juli so angenehm uid erlebnisreich wie möglich zu machen.


Picknick unter Bäumen am Mainufer in Frankfurt
Am Donnerstag den 06. Juli kamen sehr pünktlich gegen 17 Uhr ein Bus aus Italien sowie einer aus dem österreichischen Tragwein an der Mehrzweckhalle in Roßdorf an, wo die Gastgeber mit Kaltgetränken und Knabbereien warteten. Bereits kurz nachdem sich die Türen der Busse geöffnet hatten, lagen sich viele Menschen in den Armen und strahlten, da sie zum Teil seit vielen Jahren freundschaftlich miteinander verbunden sind und sich längere Zeit nicht mehr gesehen hatten.

Die sechzehnköpfige Delegation aus Tragwein wurde wie immer von Bürgermeister Josef Naderer angeführt, der seit 2003 in Tragwein Bürgermeister ist und dem die Städtepartnerschaft ebenso wichtig ist wie seinem Amtsvorgänger Norbert Eder, der die Städtepartnerschaft mit Österreich seinerzeit mit ins Leben gerufen hatte.

Aus dem italienischen Bus stieg dann auch die Bürgermeisterin von Tuoro Patricia Cerimonia, die das erste Mal in Amöneburg weilte, sowie Atillio Montalbani, der als Pendant zum Tuoro-Club in Italien dem Roßdorf-Club vorsteht.
Gekommen waren neben vielen Partnerschaftsverteranen auch viel neue Personen und Familien mit Kindern. Dies war durch die Terminwahl in den italienischen Sommerferien möglich geworden.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Michael Plettenberg und Petra Maus vom Tuoro-Club wurden die Gäste auf die wartenden Gastfamilien aufgeteilt. Dabei gab es für viele die erste Begegnung und es war der Beginn eines intensiven Wochenendes des Miteinanders und der Begegnung.

Bewusst war für diesen Abend kein gemeinsames Programm mehr geplant, um den Gästen nach der langen und beschwerlichen Reise ein Ankommen und ein Kennenlernen mit den Gastfamilien zu ermöglichen.

Die Delegation aus Frankreich, die mit einem Kleinbus und einem Privatfahrzeug anreisten kam leider erst später an, so dass sie in Erfurtshausen separat empfangen wurden.


Führung durch Frankfurt - Alfred Hoffmann hat mit Fähnchen alle/s im Griff
Für Freitag hatten die Organisatoren einen Ausflug nach Frankfurt geplant. Bei herrlichem Wetter ging es bereits am Morgen mit zwei Bussen in die Bankenmetropole. Auf dem Programm stand eine zweistündige und mehrsprachige Stadtführung, danach ein schönes Picknick unter schattenspendenden Bäumen am Mainufer sowie etwas Freizeit zum Shoppen und Besichtigen.

Am Freitagabend wurde dann in einer lauen Sommernacht am Tuoro-Platz an der Mehrzweckhalle Roßdorf der Partnerschaftsabend durchgeführt, zu dem auch viele Roßdorfer und Interessierte gekommen sind.

Es wurden gegessen, getrunken und geredet und bis spät in die Nacht zusammen gesessen.

Nachdem eine Line Dance-Gruppe zum Mittanzen aufgefordert hatte, tanzten viele Menschen ausgelassen auf der Straße. Ein sehr stimmungsvoller Abend!
Am Samstag stand die Feier des offiziellen Partnerschaftsjubiläums auf dem Programm. In Absprache mit den Veranstaltern der Erfurtshäuser Kirmes hatte man sich darauf verständigt, diese im Rahmen der Erfurtshäuser Kirmes im dortigen Festzelt abzuhalten.

Zuvor gäbe es ein Angebot für die vielen mitgereisten italienischen Kinder, das die Jugendförderung der Stadt Amöneburg in Kooperation mit dem RSV Roßdorf auf dem Sportgelände organisiert hatte. Dabei bestand die Möglichkeit zur Begegnung deutscher Kinder und Jugendlicher und den Gästen. Das Highlight war sicherlich das Kistenklettern, das mit Hilfe und Unterstützung von Stefan Neubauer von der Stiftsschule durchgeführt werden konnte. Die neunjährige Chiara aus Italien schaffte mit insgesamt 18 aufeinander gestapelten Colakisten den Rekord. Bei Wasserspielen, viel Bewegung und Gegrilltem konnten die Kinder einen ausgelassenen Nachmittag verbringen.

Um 16.30 Uhr begannen dann die offiziellen Feierlichkeiten im Zelt. Bürgermeister Michael Plettenberg begrüßte und führte durch das Programm. Auf der Bühne saßen 22 Musikerin und Musikerinnen des Musikvereins Erfurtshausen, die musikalisch begrüßten und die Hymnen der Gastländer spielten.
Es gab Ansprachen der Italienischen Bürgermeisterin Patricia Cerimonia, des österreichischem Bürgermeisters Josef Naderer, der Vertreterin des Bürgermeisters von Chateau-Garnier Claudine Chevais, sowie von den Partnerschaftsvereinen durch Petra Maus und Attilio Montalbani. Dabei wurden auf vielfältige Weise die abgelaufenen Jahre beleuchtet und auch denjenigen gedacht die den Partnerschaften eng verbunden waren, aber bereits verstorben sind. Ganz besonders oft viel der Name des Roßdorfer Edgar Nasemann, der lange Jahre Präsident des Tuoro-Clubs war, und viele Freunde nicht nur in Tuoro, sondern auch in den anderen Partnergemeinden hat, der aber auf Grund seines Gesundheitszustandes völlig von allen Aktivitäten abgeschnitten ist, was viele traurig macht.
Besonders schön war der Auftritt des MGV Mardorf, der eigens die Europahymne einstudiert hatte.
Mächtig war der Auftritt der Legion Taurus aus Tuoro, die in historischer Kämpferuniform als Soldaten des Hannibal an die Hannibal Schlacht erinnerten, die vor etwa 2000 Jahren nahe Tuoro tobte. Die Legion und die Fahnenabordnung der Polizei von Tuoro umrahmten die Rede ihrer Bürgermeisterin, die sich auch offiziell für die Spenden aus Amöneburg für die Erdbebenopfer in Umbrien im letzten Jahr bedankte.

Zum guten Schluss unterzeichneten die kommunalen Vertreter sowie der Partnerschaftsvereine eine Urkunde, die die Freundschaft bekräftigen und die zukünftige Zusammenarbeit weiter manifestieren sollen.

Die Urkunde hat folgenden deutschen Text:

30 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Tuoro sul Trasimeno und der Stadt Amöneburg
 20 Jahre Ringpartnerschaft zwischen Amöneburg, Chateau-Garnier, Tragwein und Tuoro sul Trasimeno

Wir die Bürgermeisterin und Bürgermeister, Präsidentin und Präsidenten der Partnerschaftskomités
bekräftigen heute feierlich

den im Juni 1987 unterzeichneten Partnerschaftsvertrag zwischen Amöneburg und Tuoro sul Trasimeno sowie den im Mai 1997 geschlossenen Freundschaftsvertrag zwischen unseren Gemeinden Amöneburg, Chateau-Garnier, Tragwein und Tuoro sul Trasimeno. Durch die Unterzeichnung dieser Urkunde bekräftigen die Unterzeichner/in erneut die Grundprinzipien unserer gemeinsamen Europäischen Union.
Wir wollen uns auch in Zukunft einsetzen für:
 einen lebendigen Austausch der Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinden,
 Frieden und Freiheit für alle Menschen,
 Toleranz und Solidarität.
Gemeinsam stehen wir gegen Hass, Fanatismus, Terrorismus, Gewalt, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit.
Wir sind und bleiben ein lebendiges Symbol für ein Europa des Miteinanders.



Den Abschluss des sog. "offiziellen Teils" bildeten der Austausch von Geschenken sowie ein gemeinsamens Frendschaftlied aller Anwesenden auf Deutsch und Italienisch.

Nach einem gemeinsamen Abendessen wurde mit dem Musikverein Erfurtshausen, den Roßdorfer Musikanten und dem Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Mardorf ein Sternmarsch durch Erfurtshausen und zurück zum Festzelt unternommen, in dem vor einem zünftigen Abend noch einmal alle drei Kapellen die Europahymne spielten.
Am Sonntagmorgen trafen sich Delegationsführer dann in der Roßdorfer Sternstube zur Besprechung. Diese Besprechung im etwas kleineren Kreis findet bei jeder Begegnung statt und dient vor allem der Organisation der zukünftigen Aktivitäten. So wurde ein Ringpartnerschaftstreffen für 2018 in Frankreich ins Auge gefasst. Zudem wurde eine Vertiefung der Beziehungen im Bereich Jugendfußball und Chorgesang initiiert. Auch eine Schulpartnerschaft zwischen der Amöneburger Stiftsschule und einer Schule in Tuoro könnte sich anbahnen.
Für das Jahr 2019 steht bereits fest, dass es rund um den französischen Nationalfeiertag im Juli nach Chateau-Garnier geht zum 60jährigen Jubiläum der dortigen Volkstanzgruppe und zum 40 jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Chateau-Garnier.

Anschließend wurde die Heilige Messe in der Roßdorfer Pfarrkirche gefeiert, die von Pfarrer Bernhard Klatt und Diakon Dr. Paul Lang gemeinsam zelebriert wurde. Paul Lang sprach die Gäste in drei Sprachen an und hatte dafür gesorgt, dass alle Lesungen auch ins Italienische und Französische übersetzt vorlagen. Auch seinen Predigttext trug er mehrsprachig vor. Musikalisch wurde der Gottesdient nicht nur von der Roßdorfer Schola, sondern auch einem wundervollen Chor aus Tuoro mitgestaltet.
Danach ging es in die Mehrzweckhalle in Roßdorf zum gemeinschaftlichen Abschlussessen. Dazu hatten viel Helferinnen und Helfer leckere Salate mitgebracht, die zu den deftigen Fleischspeisen zum Verzehr angeboten wurden.
Als Vorspeise gab es jedoch original italienische Pasta, die die Gäste aus Tuoro in riesigen Töpfen vorbereitet hatten. Das zu Grunde liegende Rezept heißt Matrice und erinnert an den von Erdbeben geplagten Ort Amatrice.

Am frühen Nachmittag stand der Abschied an und nach verließen die Gäste Roßdorf. Als erstes reisten die Franzosen, dann die Österreicher und als Letztes die größte Gruppe, nämlich die aus Italien ab, um auf ihre lange Heimreise zu gehen. Dabei gab es schöne Szenen, es wurde zusammen gesungen, gelacht, geweint und an den Händen anfassend im Kreis gestanden. Schließlich kehrte Ruhe ein und alle Gäste waren abgereist.

Wir freuen uns, dass wir die Rückmeldung bekommen haben, dass alle Gäste wohlbehalten zu Hause angekommen sind. Beim Abschied wirkten Gastgeber und vor allem auch die Gäste sehr zufrieden über die zusammen verlebte Zeit hier in Amöneburg. Geblieben sind viele schöne und neue Erlebnisse, die zu Erinnerungen werden, und die die Verbindungen vertiefen und erneuern werden.

Ein großen Dank geht an alle, die zum Gelingen dieses großartigen Wochenendes beigetragen haben, ganz besonders dem Tuoro-Club, der die Federführung für die Organisation übernommen hat.






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