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Die Partnerschaft lebt - Besuch bei italienischen Freunden


Deutsche Gäste verbrachten drei erlebnisreiche Tage in Tuoro

Vom 30. Mai bis 2. Juni 2019 verbrachten 30 Gäste - überwiegend aus Roßdorf - erlebnisreiche Tage in der Amöneburger Partnerstadt Tuoro sul Trasimeno in Italien. Die Fahrt wurde vom Turoroclub Roßdorf, der sich der Pflege der Freundschaft zwischen den beiden Partnerstädten verschrieben hat, organisiert.

Die Hinfahrt verlief reibungslos und kurzweilig. Im Gepäck hatten die Gäste neben zahlreichen Gastgeschenken vor allem die Sonne mitgenommen, die in Tuoro sehnlichst erwartet wurde und pünktlich zum Empfang der deutschen Gäste hinter den Wolken hervorkam. Hatte es doch in den letzten Wochen in Italien heftig geregnet, was für diese Jahreszeit sehr untypisch ist.


Empfangen wurden die deutschen Gäste von ihren Gastfamilien und dem Vorstand des Roßdorfclubs in Tuoro mit seinem Präsidenten Attilio Montalbani. Als Überraschung war auch die neue Bürgermeisterin Maria Elena Minciaroni erschienen um die deutschen Gäste herzlich zu begrüßen. Sie war erst kurz zuvor am 26. Mai bei den zeitgleich mit der Europawahl stattgefundenen italienischen Kommunalwahlen zur neuen Bürgermeisterin von Tuoro gewählt worden. Im Gespräch erzählte sie, dass sie bereits in den 1990er Jahren als Jugendliche an einer Ferienfreizeit in Roßdorf teilgenommen hatte und daran noch schöne Erinnerungen habe. Den Abend verbrachten die deutschen Gäste in den Gastfamilien, wo alte Erinnerungen aufgefrischt und neue Bekanntschaften geschlossen wurden, da auch einige Gäste das erste Mal die lange Reise nach Tuoro angetreten hatten.

Für den 31. Mai hatten die italienischen Freunde eine sehr interessante Tagesfahrt zusammengestellt. Die Reise führte in das vor fast drei Jahren durch mehrere Erdbeben schwer getroffene Gebiet um Norcia in Südostumbrien. Nach der Erdbebenserie hatte sich der Tuoreser Kulturverein "Pro Loco" im betroffenen Gebiet engagiert und so waren die Kontakte entstanden. Begleitet wurde die Reisegruppe von Claudia Wittmann, die lange in Tuoro gelebt und nach der Erdbebenserie in Mittelitalien durch Veranstaltungen in der Brücker Mühle Spendengelder für die Erdbebenopfer gesammelt hatte.

Sie informierte über die seit den Erdbeben erfolgten Hilfsmaßnahmen. Das erste Tagesziel war die Kleinstadt Norcia unterhalb der Hänge der Sibillinischen Berge gelegen. Hier wurde zum ersten Mal das ganze Ausmaß der Erdbeben an den Gebäuden der Stadt sichtbar, vor allem die zerstörte Kirche San Benedetto auf dem zentralen Platz in Norcia, aber auch viele kleinere Schäden machten betroffen. Nach einem kurzen Stadtrundgang führte die Fahrt weiter zum eigentlichen Tagesziel: Die kleine Gemeinde Campi di Norcia mit seinem alten Bergdorf, das seit dem Erdbeben im Oktober 2016 als rote Zone deklariert ist und nicht mehr bewohnt werden darf.



Die rund 150 Einwohner von Campi haben trotz der schweren Schäden die Hoffnung und ihr Dorf nicht aufgegeben. Der örtliche Verein "Pro Loco" hat den Kampf gegen die Schäden aufgenommen und widmet sich mit beeindruckendem Mut und Zuversicht seinem Projekt "Back to Campi". Der Präsident der "Pro Loco", Roberto Sbriccoli, begrüßte die deutsche Reisegruppe und weitere Gäste aus Tuoro in dem kurz vor dem Erdbeben fertiggestellten und unzerstörten Gemeindehaus. Dieses Gebäude wurde für viele nach dem Erdbeben zu einer Übergangsheimat, da sie Ihre Häuser nicht mehr bewohnen konnten. Auch der Pro Loco-Verein aus Tuoro hatte sich mit Hilfsmaßnahmen und Spendenaktionen (u.a. mit Unterstützung der Stadt Amöneburg und des Tuoroclubs Roßdorf) für die Einwohner von Campi kurz nach dem Erdbeben eingesetzt. Jetzt konnten sich die Gäste von der Notwendigkeit und dem Einsatz ihrer Spendengelder überzeugen. Nach einem Einführungsfilm und zusätzlichen Informationen von Roberto Sbriccoli über die Aktivitäten zur Erneuerung des Dorfes wurden die Gäste mit einem Mittagessen verköstigt, das großen Anklang fand und zu einer weiteren spontanen Spendenaktion zugunsten der Gastgeber aus Campi führte. Die Freude auf Seiten der Mitglieder der Pro Loco Campis war groß und sie bedankten sich mit dem Abspielen der deutschen und italienischen Nationalhymne. Voller neuer Eindrücke und mit den besten Wünschen verabschiedete man sich von den Gastgebern.

Auf der Rückfahrt wurde noch ein Zwischenstop bei einem regionalen Anbieter für Spezialitäten aus der Gegend um Norcia gemacht, das vor allem für seine Wurstwaren und Trüffelprodukte bekannt ist.
Den Abend verbrachte man gemeinsam auf der Piazza von Tuoro, auf der die örtlichen Musikgruppe "La Banda" die Zuhörer mit stimmungsvoller Musik unterhielt. Zuwachs erhielt die italienische Musikgruppe zeitweise durch den spontanen Einsatz eines jungen deutschen Gastmusikers, was bei allen Beteiligten und den Zuhörern großen Anklang fand.

Am Samstagmorgen stand eine Besichtigung des neueröffneten Hannibalmuseums auf dem Programm. Dieses hervorragend multimedial gestaltete Museum thematisiert die Schlacht des karthagischen Feldherrn Hannibal gegen die Römer im Frühjahr 217 v. Chr. am Nordufer des Trasimenischen Sees. Die weitere Gestaltung des Tages übernahmen die Gastfamilien und zeigten ihren Gästen die nähere und weitere Umgebung Tuoros.

Das Abendprogramm wurde mit einem Gottesdienst in der Kirche Santa Maria Maddalena im Ortskern von Tuoro eingeleitet. Die Heilige Messe wurde unter Mitwirkung des Blutspendevereins AVIS in Tuoro gefeiert. Dabei gedachte man auch der beiden leider bereits verstorbenen Gründungspräsidenten der Partnerschaftsclubs in Tuoro und Roßdorf, Umberto Piccioni und Edgar Nasemann. Nach einem Festzug durch die Straßen Tuoros mit Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal fand im Park "il Sodo" unter der Organisation des örtlichen Blutspendevereins ein großes Fest für die gesamte Bevölkerung statt. Der Tuoroclub hatte als Gastgeschenk die bei den Italienern so beliebten "Würstel" seines heimischen Metzgers und "Birra" mitgebracht. Beides fand bei der Bevölkerung Tuoros reißenden Absatz. Der Blutspendeverein AVIS bedankte sich mit einem Weinpräsent bei jedem deutschen Gast - eine Geste, die bei den deutschen Gästen sehr gut ankam. Bis weit in die Nacht hinein saß man mit den italienischen Freunden und Bewohners Tuoros bei angenehmen Temperaturen zusammen und feierte gemeinsam.

Am Sonntagmorgen hieß es bereits wieder Abschied nehmen. In dem Bewusstsein, wieder einmal schönen Tage bei Freunden verbracht zu haben und mit dem Versprechen, sich bald wiederzusehen, machten sich die Gäste auf ihre lange Rückreise nach Hause und wurde von ihren Gastgebern mit einer spontan gebildeten, winkenden Menschenkette verabschiedet.
(Christine Ried, Juni 2019)






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