Quick-Navigator:
Suche:
Stadt Amöneburg
Navigation überspringen


Stadt Amöneburg
Am Markt 1
35287 Amöneburg
Tel.: 0 64 22 / 92 95-0
E-Mail: Kontakt

Rufbereitschaft:
0174 / 92 07 200

Impressum
Datenschutz

Engagement der Kommunen und des Landkreises: Flächendeckender Ausbau der Breitbandversorgung im Landkreis Marburg-Biedenkopf bis Herbst 2015 durch Kooperation mit der Deutschen Telekom



Auf Grund eines großen Mangels in der Breitbandversorgung in unserer Region, insbesondere bezüglich des bestehenden Telekomnetzes, hatten sich Städte und Gemeinden mit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf zu einer privaten Gesellschaft zusammen geschlossen, um hier aktiv zu werden, und vor allem etwas für die privaten Haushalte und für gewerbliche Unternehmen zu tun.

Hierdurch sollte verhindert werden, dass wir im ländlichen Raum wieder einmal mehr das Nachsehen haben gegenüber den Ballungsgebieten, in denen sich auf Grund großer Anschlussdichten mit Telekommunikationsdienstleistungen viel einfacher Geld verdienen lässt, in Zeiten in denen diese Unternehmen nur geringe politische Auflagen für einen flächendeckenden Ausbau haben.

Für viel Geld wurden Konzepte geschrieben, die vorsahen, dass die Kommunale Familie ein eigenständiges Netz aufbaut. Das Land Hessen hatte zunächst eine hohe Landesbürgschaft versprochen, die dann aber nicht gewährt wurde, weil unter anderem die Deutsche Telekom Verunsicherung in Deutschen Markt gebracht hatte mit ihrem Vectoringantrag bei der Bundesnetzagentur. Durch Vectoring erhält die sogenannte "letzte Meile" Kupferkabel vom Kabelverzweiger in der Straße bis zum Hausanschluss "einen Turbo", so dass mit dem herkömmlichen schnellsten VDSL-Standard (der in Amöneburg derzeit nirgends existiert) eine Verdoppelung der Bandbreite auf max. 100MBt/s möglich ist. Nachteil ist dann aber, dass niemand anders mehr diese letzte Meile nutzen kann - sicher ein Vorteil für denjenigen der Vectoring betreiben darf. Deshalb erlaubt die Bundesnetzagentur wahrscheinlich Vectoring nur in einem engen Rahmen, da Vectoring den Markt faktisch einschränkt.

Nach dieser Enttäuschung schwenkte die Kommunale Gesellschaft um, hob die Ausschreibung auf und führte eine Neuausschreibung aus. Dieses Mal sah das Konzept vor, dass die Gesellschaft einem kommerziellen Anbieter einen Zuschuss zum Ausbau eines eigenen Netzes gibt. Auf Grund der vorhandenen Infrastruktur auch in Bezug auf bereits verlegte Leerrohre hatte dabei natürlich die Deutsche Telekom als unbestritten größter Infrastrukturbetreiber jetzt wohl soweit die Nase vorn, dass sie die einzige war, die letztlich ein Angebot abgab.

Doch für die Breitband Marburg-Biedenkopf GmbH ist der Zuschuss mit etwa 9 Millionen Euro, den zudem der Landkreis maßgeblich aufbringen wird, am Ende dennoch akzeptabel.
Allein für die Stadt Amöneburg hatte die Deutsche Telekom einen Zuschuss von rund 500.000 € gefordert, was die Stadtverordnetenversammlung seinerzeit abgelehnt hat. Statt 5 Orte sind vom aktuellen Projekt etwa 200 Orte betroffen, die vom Ausbau profitieren.

Entstanden ist nunmehr ein umfangreiches Vertragswerk, welches am Mittwoch den 14.08.2013 von Landrat Fischbach und dem Vorstandsbeaftragten der Deutschen Telekom für den Breitbandausbau Ulrich Adams in Anwesenheit der Bürgermeister unterzeichnet wurde.

Die Telekom AG hat dabei im Vertrag zugesichert, dass der Ausbau des kompletten Landkreises mit 25 bis 50 MBit/s innerhalb von zwei Jahren bis zum 01.09.2015 erfolgen wird. Erreicht wird das über einen Anschluss aller technisch ausbaubaren Kabelverzweiger (KVZ), die in den meisten Fällen über Kupferkabel angeschlossen sind. In Roßdorf gibt es in der Waldstraße bereits einen Kabelverzweiger der an das Glasfasernetz angeschlossen und mit aktiver Technik ausgestattet ist.

"Wir sind sehr froh, dass der Landkreis mit 21 kreisangehörigen Kommunen der Deutschen Telekom AG das Vertrauen schenkt und diesen Vertrag mit uns abschließt. Für mich stellt dieses Projekt vorbildlich dar, wie sich der Eigenausbau durch die Deutsche Telekom und der geförderte Ausbau durch die Kommunen zu einem flächendeckenden Breitbandausbau im Kreis Marburg-Biedenkopf ergänzen. Ein schöner Erfolg für alle - Bürger, Kommunen und Telekom", sagte Telekom-Vorstandsbeauftragter Ulrich Adams. Dabei betonte er, dass trotz bereits 4500 Kooperationen diese Kooperationen eine Reihe von Besonderheiten biete.

"Allein durch den VDSL-Ausbau sind wir im Stande, mehr als 95 Prozent der Haushalte mit Bandbreiten von 25 bis 50 MBit/s zu versorgen. Dies stellt einen Quantensprung gegenüber der aktuellen Situation dar, wo wir diese Bandbreiten im ausgeschriebenen Gebiet nur zu knapp zwei Prozent bereitstellen können", betonte Telekombeauftragter Ulrich Adams.

Das Netz im Kreis werde zudem vectoringfähig gebaut, so dass bei Freigabe durch die Bundesnetzagentur sogar Bandbreiten von bis zu 100 MBit/s im Download und bis zu 40 MBit/s im Upload erreicht werden könnten.

Gerade eine hohe Uploadgeschwindigkeit wird immer wichtiger, vor allem im Rahmen der Entwicklung rund um das Thema Cloud-Computing, und der Tatsache, dass immer mehr Daten auf Internetservern gelagert werden, so dass man selbst (und hoffentlich nicht die NSA) weltweit und jederzeit darauf zugreifen kann.

Erstmalig habe damit ein Landkreis zusammen mit allen Kommunen (außer der Stadt Marburg, die mit den Stadtwerken ein eigenes Konzept verfolgt) über eine gemeinsame GmbH-Lösung von der Option in der Leerrohrrahmenrichtlinie, Erdarbeiten beizustellen, Gebrauch gemacht. Mit der jetzigen Lösung sei ein guter Weg gefunden worden, der auf die sehr guten Dienstleistungen der Deutschen Telekom AG setze. Der neue Entwurf der "Bundesrahmenregelung Leerrohre" sehe vor, dass Zuschüsse gezahlt werden könnten, um die Deckungslücke für die flächendeckende Versorgung bei den Telekommunikations-Unternehmen zu schließen. Um den Nachteil der schwierigen Koordinierung zwischen Erdarbeiten und Verlegung der Kabel sowie Bau der aktiven Technik auszugleichen, habe sich die GmbH dazu entschlossen, den Bauauftrag an die Telekom AG zu übertragen. Diese werde dann von sich aus die Leistungen ausschreiben. Die Telekom hat dabei zugesichert, soweit wie möglich, vorrangig regionale Unternehmen zu berücksichtigen.

Amöneburgs Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg, der als einziger seiner Kollegen vor Vertragsunterzeichnung die Möglichkeit zur Einsichtnahme in das ordnerdicke Vertragswerk nutzte, warnt jedoch vor zu großer Euphorie. "Sicher ist der Vertrag ein großer Wurf, Robert Harting wirft den Diskurs jedoch erheblich weiter" sagt er mit humorvoll gemeinter Anspielung auf die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau.

In einem Schreiben an die Breitband Marburg-Biedenkopf GmbH forderte er nun die Gesellschaft dazu auf, der Stadt Amöneburg alle für sie relevanten Daten aus dem Vertragswerk als GmbH-Gesellschafterin heraus zu geben. Zum einen gehe es dabei darum eigene Tiefbaumaßnahmen für die nächsten Jahre auf das jetzt beauftragte Bauprogramm abzustimmen, aber auch um gegebenenfalls flankierende eigene Maßnahmen zu entwickeln, "denn es wird auch nach dem jetzt beauftragten Ausbau weiße Flecken geben" sagt Richter-Plettenberg.

"Ich will die Euphorie nicht unnötig bremsen, jedoch erscheint es mir nach Einsichtnahme der Unterlagen, die aktuell keiner Kommune vorliegen, nicht haltbar zu sein als gehöre am Ende jeder Aussiedlerhof, wie Landrat Fischbach es einmal gegenüber der Presse äußerte, zu den absoluten Gewinnern." Für die Stadt Amöneburg will er den Unterlagen entnommen haben, dass deutlich mehr als 10% aller Haushalte nach Ausbau und vor Aktivierung der Vectorintgtechnik nur bis zu 25 MBit/s Downloadbandbreite haben, und die Zahl derjenigen die auch nach kompletter Umsetzung immer noch weniger als 2 MBit/s bekommen werden, ist nicht völlig zu vernachlässigen. "Diese Haushalte sollte man darauf vorbereiten, dass sie für sich andere Lösung suchen müssen und sie nicht Jahre hoffen lassen".

Deshalb kritisiert er die Überschrift "Fast alle Haushalte im Landkreis können mit einer Internetversorgung von bis zu 100 MBit/s rechnen" in der Pressemitteilung des Landkreises als extrem irreführend.

Zudem bemängelt er, dass der Vertrag keinerlei Perspektiven enthält für eine Fortsetzung des Projektes im Rahmen eines sogenannten FTTH-Ausbaus (Glasfaser bis ins Haus mit Übertragungsraten von bis zu 1000MBt/s bei entsprechendem Eingangssignal), so wie er derzeit z.B. in Erfurtshausen und auch andernorts als Insellösung verlegt wird, und dem die Zukunft gehört. In Erfurtshausen wird jedoch zunächst ein Richtfunksignal der Stadtwerke Marburg verteilt, dessen Leistung die Bandbreite für die Endkunden bestimmen wird.

Zu guter Letzt hält er es für eine Art "Webfehler" im Vertrag, dass Neubaugebietsentwicklungen nicht ausreichend berücksichtigt wurden, denn überplant wurden nur bestehende Kabelverzweiger und nicht die, die bereits heute oder in Kürze fehlen. So befürchtet er, dass die Stadt Amöneburg allein für das Roßdorfer Gewerbegebiet noch mal selbst tief in die Tasche greifen muss, um es auf eine Internetbandbreite von 50 oder 100MBit/s aufzurüsten, was er als elementar ansieht.

Auch fehlt im jegliche kritische Position zur Telekom und ihrem fehlenden Ausbauprogramm für den ländlichen Raum sowie der mangelnden Unterstützung der Kommunen durch den Bund, die die Ausgabe von fast 10 Millionen Euro kommunaler Steuergelder in unserem hoch verschuldeten Landkreis erst notwendig macht. Telekommunikation ist schließlich Sache des Bundes.
Und um noch ein drauf zu setzen bringt Richter-Plettenberg ins Gespräch über eine Reorganisation der Breitband Marburg-Biedenkopf GmbH nachzudenken, denn nach Abschluss des Vertrages mit der Telekom sei die Mission der hochdotierten Geschäftsführung weitgehend erledigt." Die Vertragsabwicklung kann auch anderweitig organisiert werden".








Stadt Amöneburg
Am Markt 1 | 35287 Amöneburg | Tel.: 0 64 22 / 92 95-0 | Stadtverwaltung@amoeneburg.de
  OK  
Cookies ermöglichen eine bestmögliche Bereitstellung unserer Dienste. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung