Mardorf

Mardorf ist der einwohnerstärkste Stadtteil der Stadt Amöneburg. Hierher führt ein offizieller Abstecher des Elisabethpfades 2, der auch gleichzeitig ein „Weg der Jakobspilger” ist. Besonders sehenswert ist der mittelalterliche Wehrturm mit den frühgotischen Wandmalereien aus der Zeit um 1270, die heute der Öffentlichkeit zugänglich sind. Die Malereien zeigen u. a. barmherzige Taten der Hl. Elisabeth. Im Altarraum der Kirche befindet sich das Grab des früheren Fuldaer Bischofs Eduard Schick. Wichtige Gegenstände seines Lebens sowie ein Messgewand von Johannes Paul II. sind in einer Vitrine im Sakristeigebäude, das sich architektonisch sehr stark von der Kirche absetzt, und nur durch einen gläsernen Wandelgang verbunden ist, zu sehen.


Der alte Dorfkern des historischen Wehrdorfes zeigt viele sehr gut erhaltene Fachwerkhäuser. Rund um die Viehwaage in der „Neue Gasse“, die mit Hilfe von EU-Geldern zu einem Infopunkt ausgebaut worden ist, lassen sich mit einer schönen Faltkarte die bewundernswerten Kulturdenkmäler auf einem Rundgang
erschließen.


Mardorf ist bekannt für seine besonders aufwändige und herausragende Fronleichnamsprozession, die auch heute noch jedes Jahr viele Gäste von außerhalb anzieht.


Seit über 40 Jahren findet am Wochenende vor Ostern der absolut sehenswerte Erfurtshäuser Ostereiermarkt mit jährlich wechselnden Sonderausstellungen im Bürgerhaus Mardorf statt. Er ist der älteste seiner Art in Deutschland und zieht Aussteller aus dem In- und Ausland nach Mardorf.


In Mardorf wurde im Jahr 2010 der Bürgerverein „Leben und Alt- werden in Mardorf und Umgebung e.V.“ gegründet, der sich rund um das ehemalige Schwesternhaus im Ortskern aktiv für die Belange insbesondere älterer Menschen einsetzt.

 

Mit der Gründung der Bürgerhilfe der Stadt Amöneburg wurde eine neue Stufe in der ehrenamtlichen Arbeit erreicht. Viele Freiwillige haben sich professionell schulen lassen und unterstützenhilfsbedürftige Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags im Dorf als sogenannte Bürgerhelferinnen und Bürgerhelfer. Weit über 100 Personen haben diese Schulung absolviert und wirken in den unterschiedlichen Orten der Region zu Gunsten von Menschen mit Hilfebedarf. Das ehemalige Schwesternhaus wurde umgebaut, saniert und zu einer Seniorenbegegnungstätte mit Seniorenwohnen umgewandelt. Einmal in der Woche bietet der Bürgerverein einen Mittagstisch an, der sehr gut angenommen wird. Im nahe gelegenen „Gemeenshaus“, welches seit 2006 von
der Backhausgemeinschaft betrieben wird, finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt. Hier präsentiert der Arbeitskreis Dorfgeschichte, der unregelmäßig die „Mardorfer Zeitzeichen“ herausgibt, Interessantes aus der Vergangenheit.


In dem neu entstandenen Baugebiet „Leben und Altwerden an der Falkenstraße“, entstand eine Tagespflegeeinrichtung der AurA gGmbH, eine Pflege-WG, seniorengerechte Wohneinheiten sowie weitere soziale Angebote mit Mehrgenerationenansatz.


In Mardorf gibt es eine Biogasanlage. In 2013 hat sich eine Bio- energiegenossenschaft gegründet, die ein umfangreiches Nah- wärmenetz aufgebaut hat und auch öffentliche Gebäude mit Wärme versorgt. Die Anlagen werden stetig erweitert und ausgebaut. 2017 wurde das System um ein Holzhackschnitzelheiz-
kraftwerk ergänzt.


Wer auf gesundes, selbstgebackenes Brot Wert legt und die Kunst des Sauerteigbrotbackens erlernen möchte, der kann sich zu einem Brotbackkurs bei dem Backhausgemeinschaft Mardorf e.V. anmelden. Hier wird die Backtradition des Sauerteigbrotbackens erhalten und das Wissen und die Kenntnis darüber wei-
tergegeben. Die Backhausgemeinschaft hat die ausschließlich mündlich überlieferten Rezepturen zum Sauerteigbrotbacken erstmals dokumentiert und bietet seit 2015 in Backkursen Anfänger- und Hobbybäcker/-innen das traditionelle Sauerteigbrotbacken an. Nähere Informationen erhalten Sie unter www.brotbackkurse-mardorf.de.


Mardorf hält enge Verbindungen zur österreichischen Partnerge-
meinde Tragwein. Maßgeblich dafür ist die Freiwillige Feuerwehr.


Der berühmteste Sohn des Ortes ist Prof. Dr. Ludwig Schick, emeritierter Erzbischof von Bamberg. Er wurde 2015 Ehrenbürger der Stadt Amöneburg. Damit ist Amöneburg der Stadt Bamberg zuvorgekommen, die dafür bekannt ist, dass sie ihre Bischöfe zu Ehrenbürgern ernennt. Der Erzbischof wird in Mardorf „unser Ludwig“ genannt. Das liegt daran, dass er seiner Heimat immer verbunden geblieben ist und regelmäßig wenn es ihm möglich ist in Mardorf und Umgebung Messe hält.


In Mardorf gibt es u. a. folgende erwähnenswerte Einrichtungen: Kindergarten mit Krippe, Grundschule, Bürgerhaus, Gemeenshaus, Schwesternhaus, Backhaus, Turnhalle, Jugendraum, Feuerwehrhaus, zwei Sportplätze, Schützenhaus, Einkaufsmarkt, Friseur, Arzt, Zahnarzt, Seniorenbegegnungsstätte, Grillhütte, Mehrgenerationenplatz, Tagespflege, Pflege-WG, etc.