In 2022 erfolgte in allen Stadtteilen unserer Stadt eine durch unseren städtischen Bauhof durchgeführte Pflanzaktion. Es handelte sich dabei um rund 70 Nachpflanzungen von den in den letzten Jahren aus unterschiedlichen notwendigen Gründen (z.B. Sturmschäden, Krankheit) gefällten Bäumen.
Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels muss der Grundsatz gelten, dass abgängige Bäume nicht einfach entfernt, sondern auch ersetzt werden. Neben den Kosten bedeutet das auch neue und zusätzliche Aufgaben für den Bauhof und das Bauamt.
Ausgestattet mit den dafür notwendigen umfangreichen Fachkenntnissen wurden von den an dieser Aktion beteiligten Mitarbeitern des städtischen Bauhofes die am besten geeigneten Baumarten für die jeweiligen Standorte ausgewählt. Hierbei musste unter anderem die Lage des Pflanzortes, die Bodenbeschaffenheit und die Sonneneinstrahlung berücksichtigt werden, um die jeweils widerstandsfähigste Baumsorte vorsehen zu können. Zur Auswahl standen hierbei unterschiedliche Ahornarten, Buchen, Eschen und Weiden. Von der Abholung der Bäume bei der Firma Bierwirth Garten- und Landschaftsbau bis hin zur sorgfältigen Vorbereitung des Pflanzortes und das Pflanzen des neuen Baumes lag der komplette Arbeitsprozess in den Händen des Bauhofes. Bei vielen der ausgewählten neuen Pflanzplätze mussten erst zeit- und arbeitsaufwändige Vorarbeiten, wie zum Beispiel das Entfernen von Wurzelwerk und das Ausfräsen noch vorhandener Baumstümpfe, erledigt werden, bevor der neue Baum dann die bestehende Lücke wieder füllen konnte.
So konnten zum Beispiel in Roßdorf in der Lindenstraße gegenüber dem tegut-Markt endlich Ersatzpflanzungen vorgenommen werden, nachdem dort bereits vor einer Reihe von Jahren die wunderschön blühenden Zierkirschen entfernt werden mussten.
Als sogenannte Flachwurzler breiten sich deren Wurzeln im Laufe der Zeit so weit aus, dass durch die Wurzeln auch die Pflastersteine des Gehwegs, die Randsteine und auch der seitliche Straßenbelag dadurch nach oben gedrückt wurde.
Gepflanzt wurden nun zwei unterschiedliche Arten:
Die Säulen-Hainbuche (Lucas), eine pflegeleichte Baumart mit eiförmigen und gesägten mittelgrünen Blättern, die im Herbst eine prächtige orangegelbe Verfärbung annehmen.
Bei der zweiten Baumart, die in der Lindenstraße neu gepflanzt wurde, handelt es sich um den Säulen-Amberbaum (Slender Silhouette), der aufgrund seiner säulenartigen Wuchsform keinen Erhaltungsschnitt benötigt und dadurch sehr pflegeleicht ist. Die grünen Blätter färben sich im Herbst in ein prächtiges orange-rot. In der Lindenstraße brachte der Austausch folgende Vorteile:
Als Tiefwurzler gefährden die Wurzeln dieser Baumarten keine Gehwege, Bordsteine, Trinkwasser- oder Abwasserleitungen, Mauern oder Außenwände von Anrainerhäusern. Ihre Säulenform verhindert auch eine voluminöse Baumkrone, die die Sicht aus den daneben liegenden Häusern und Grundstücken möglicherweise einschränken würde, sodass die Bäume durch die Mitarbeiter des Bauhofes häufiger zurückgeschnitten werden müssten.
Die Säulenform verleiht der Lindenstraße nun eine Art Allee-Charakter und erinnert durch die intensive Herbstfärbung an den Indian Summer Nordamerikas.