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Letzter Lückenschluss im "Lange Hessen Radweg" bei Mardorf ist erfolgt

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Vor kurzem konnte die Fertigstellung des Radwegelückenschlusses im Lange-Hessen Radweg in den Gemarkungen Mardorf und Roßdorf durch die Stadtverwaltung Amöneburg bekannt gegeben werden.


Auf der Länge von mehr als 700 Metern konnte endlich der zuvor mit einer Schotterdecke versehene kombinierte Landwirtschafts- und Fahrradweg mit einer Asphaltdecke ausgebaut werden. Damit wurde der letzte Lückenschluss im Lange-Hessen Radweg, der vom Lahnradweg in Fronhausen durch die Gemeinde Ebsdorfergrund bis zur Ziegelhütte nahe der Brücker Mühle auf den R6, den längsten hessischen Radweg mündet, vollzogen.


Diese Wegeverbindung für Radfahrer:inen, die die Möglichkeit eröffnet um Marburg herum zu fahren, wurde vor mehr als zehn Jahren durch ein interkommunales Förderprojekt der Gemeinden Fronhausen, Ebsdorfergrund und der Stadt Amöneburg ermöglicht. Gleichzeitig wurden seinerzeit alle Fahrradwege im Stadtgebiet mit einem einheitlichen Beschilderungssystem ausgestattet und mit Infotafeln sowie Möblierungen versehen.

Das Fördervolumen betrug damals mehr als eine halbe Million Euro.
Die Wunschtrasse durch die Rülfbachaue von Roßdorf in Richtung Amöneburg war jedoch damals nicht möglich. Sie scheiterte an dem Widerstand des Naturschutzes. Das Thema brachte die Stadt Amöneburg damals sogar in die Hessenschau, in der Vogelschützer Gerhard Wagner den Satz prägte: "Das Problem ist der Mensch in der Landschaft".


Der damalige Kompromiss mit einem Umweg über die Mardorfer Biogasanlage wurde dann auf Geheiß des damaligen Landrats Robert Fischbach durchgesetzt. Bürgermeister Michael Plettenberg erinnert sich noch gut daran, wie er damals mit Landrat Robert Fischbach mit dem städtischen Unimog alle in Frage kommenden Strecken abgefahren war.

Später wurde dann der "Burgweg" in Mardorf in Asphalt ausgebaut, doch die Strecke in Richtung Roßdorf, die in Mardorf als "Klein Roßdorfer Weg" (benannt nach der untergegangenen Siedlung "KleinRoßdorf") und in Roßdorf als "Steingasse" bekannt ist, blieb weiterhin als Schotterdecke liegen.

Jahrelang dauerte es dann den Naturschutz zum Einlenken zu bewegen, dass auch dieses letzte Teilstück mit einem radfahrfreundlichen Belag versehen werden durfte. Dazu erstellte die Stadtverwaltung eine umfangreiche Konzeptvorlage für eine ganze Reihe von Maßnahmen im Stadtgebiet, die Bürgermeister Michael Plettenberg dem Naturschutzbeirat beim Landkreis Marburg-Biedenkopf vorstellte.

Nachdem bzgl. dieses Wegeabschnittes die Gegenwehr des Naturschutzes gebrochen werden konnte, erhielt die Stadt Amöneburg das sog. naturschutzrechtliche "Benehmen" der Unteren Naturschutzbehörde.


Nachdem die Haushaltsmittel zur Verfügung standen, konnte die Wegemaßnahme in die Tat umgesetzt werden. Den Auftrag erhielt nach öffentlicher Ausschreibung das Bauunternehmen Fritz Herzog aus Marburg im Wert von knapp 100.000 €. Da die Fa. Herzog einen an sich standfesten Wegeaufbau vorfand, konnten im Bauverlauf Kosten eingespart werden. Die Endabrechnung steht noch aus. Neben dem reinen Weg wurden auch die Nebenanlagen wie Banketten und Entwässerungsgräben bearbeitet.

 Radweg Route 

Für die Finanzierung konnte mit dem Biogasanlagenbetreiber SBG GmbH, namentlich Martin Schick, ein Partner gefunden werden. Die SBG gab die Zusage zu einer umfangreichen Kostenbeteiligung in Höhe von rund 15.000 €. Die Stadt Amöneburg bedankt sich für diese unbürokratische Zusage recht herzlich.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen und die Radfahrer:innen dürfen sich freuen.

Eines der nächsten Projekte auf dem Lange-Hessen-Radweg ist der Bau eines selbständigen Radwegeabschnitts entlang der Kreisstraße 27, auf den der Burgweg heute mündet. Hier plant der Landkreis in eigener Zuständigkeit bis zum Bahnübergang in Amöneburg den Bau eines Radwegs, damit die Radfahrer:innen in diesem Abschnitt nicht mehr auf der Straße fahren müssen.


Was den Klein Roßdorfer Weg angeht ist noch zu sagen, dass es sich hier natürlich um keine für den öffentlichen Verkehr zugelassene Straße handelt und PkW's hier nicht fahren dürfen. Das Befahren dieses und vergleichbarer Wege ist außer für den Anliegerverkehr verboten, und wird im Falle der Zuwiderhandlung mit einem Verwarngeld belegt.

In Fronhausen an der Lahn beginnt der Lange-Hessen-Radweg und führt durch das Tal der Zwester Ohm auf die flache Schwelle, die den Ebsdorfer Grund vom Amöneburger Becken trennt. Von dort geht es leicht abwärts bis zum Endpunkt an der Brücker Mühle, gelegen zu Füßen der Amöneburg am Ufer der Ohm. Der Name der Radroute leitet sich ab von der in gleicher Richtung aus dem Rhein-Main-Gebiet nach Norden führenden mittelalterlichen Fernstraße. Von Gießen aus führten die Langen Hessen zunächst auf der Ostseite des Lahntales entlang, bogen dann 27 km vom Bahnhof in Fronhausen (165 m) über Wittelsberg (240 m) im Ebsdorfergrund zur Brücker Mühle an der Ohm (205 m). Der Weg führt ausschließlich über gut ausgebaute nahezu autofreie Wege nordostwärts Richtung Amöneburg ab, querten nahe dieser Stadt die Ohm und bildeten weiterhin Teil einer Route nach Nordhessen. Entlang dem Lange-Hessen-Radweg findet sich in ungewöhnlicher Dichte eine Vielzahl historisch und landschaftlich reizvoller Objekte - angefangen bei romanischen Wehrkirchen im Kern gut erhaltener bäuerlicher Fachwerkensembles über mittelalterliche Grenzwarten und Burgen bis zum Schloss Rauischholzhausen, einem typischen Zeugen des Historismus im späten 19. Jahrhundert inmitten eines Landschaftsparkes nach englischen Vorbildern. Im Frühling grüßen die Jungstörche vom Schornstein und die Auerochsenkälber von der Weide in der Zwester Ohmaue. Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes ist die Bergstadt Amöneburg. Hier gründete Bonifatius schon im frühen achten Jahrhundert ein Kloster. Einen reizvollen Schlussakzent des Lange-Hessen-Radweg bildet der Besuch der Brücker Mühle. Regionale Küche, regionale Produkte aus dem Bioladen und reichlich Ambiente verwöhnen Gaumen und Geist. Von der Brücker Mühle sind es noch knapp sechs Kilometer zum Bahnhof der Stadt Kirchhain.


Autor: IVM RheinMain | Zuletzt geändert: 20.05.2022

Sie sind herzlich eingeladen, den Themen-Radweg mit dem verlockenden Namen zu erkunden. Er führt vom Bahnhof Fronhausen bis zum Bahnhof Stadtallendorf und man fährt durch das fruchtbare Amöneburger Becken über die Sonnenscheingemeinde Ebsdorfergrund nach Amöneburg. Planen Sie unterwegs einen Abstecher ein zu den historischen Schlössern und genießen Sie die Auen der renaturierten Zwester Ohm. Vorbei an Fachwerkgebäuden haben Sie unterwegs an vielen Rastplätzen die Möglichkeit zu relaxen und wunderbare Holzskulpturen mit Lebensmittelmotiven zu bewundern. Erfreuen Sie sich an der Silhouette des erloschenen Vulkankegels, die Sie während der gesamten Tour sehen.

Die Tour Kulinaria lädt ein, an Fenstern in die Region kurz innezuhalten und sich anhand von anschaulichen Beispielen mit der Thematik Klimaschutz und Regionalität zu beschäftigen.


In Amöneburg bietet Ihnen der Rastplatz "Ziegelhütte" einen herrlichen Panoramablick auf die 365 Meter hohe Stadt auf dem Berg und liegt direkt am Industriedenkmal "Brücker Mühle". Ein Besuch lohnt sich auch kulinarisch. Auf der Homepage der Stadt Amöneburg befindet sich ein Informationsflyer zum herunterladen.


Übrigens werden in Kürze sowohl an der Brücker Mühle und auf dem Amöneburger Marktplatz durch die Stadt Amöneburg im Rahmen eines weiteren interkommunalen Projekts mit der Gemeinde Ebsdorfergrund Ladeschränke für Fahrer:innen von E-Bikes errichtet. Das Projekt wird mit EU-Mitteln aus dem Leader-Programm gefördert.